Herzlich willkommen

15. März 2016

Liebe Scrabble-Freunde und -Freundinnen,

wir begrüßen euch herzlich auf unserem Blog für Scrabble-Interessierte. Hier findet ihr nützliche Informationen zum Verein, zu den Turnieren, Regeln, Wortlisten, Scrabble-Treffs, Spielpartnervermittlung und vieles mehr. Weiterlesen

Servus Peter!

8. April 2020

Ruhe war nie wirklich sein Ding. Nicht als Friedens- und Umweltaktivist, weil Schweigen bisweilen nicht Gold, sondern Gift ist. Auch nicht als ein durch und durch hilfsbereiter Mensch, dessen Dogma „Da muss man etwas tun!“ lautete. Und – wenn auch auf banalerer Ebene – nicht als Scrabbler. Peter Sternagel hat das ZEIT-Scrabbleturnier nie gewonnen, doch er hält einen Rekord für die Ewigkeit: Keinem anderen Spieler widerfuhren so viele Ermahnungen, ja mitunter flehentliche Bitten, die Lautstärke zu drosseln. Vergebens. Peter konnte schlichtweg nicht leise oder gar im Kopf addieren, weswegen er jeden einzelnen Buchstabenpunkt seiner Rechnungen für die Nachbartische (oder auch für den ganzen Saal) vernehmlich aufzählte. Tatsächlich schaute er bei jeder Ansprache schuldbewusst zum Schiedsrichter und gelobte stets Besserung – doch in der Regel hielt der Vorsatz genau bis zu seinem nächsten Zug.

Manchmal war es allerdings gar nicht die Zählerei, die Peter seine sonore Stimme erheben ließ. Auch wenn sein Gegenüber einen großartigen Zug aufs Spielfeld legte, teilte er dieses mit einem „Bravo!“ oder „Prima!“ nicht nur dem Kontrahenten, sondern – wohl mehr nolens als volens – gern der ganzen Mannschaft mit. Fairness floss halt durch Peters Adern, und nach seiner Interpretation gehörte es dazu, dem Gegner Respekt zu zollen, wenn er ihn sich verdient hatte.

Der Sinn für Gerechtigkeit zog sich wie ein roter Faden durch Peters Leben. Das ging von der politischen Ebene bis hinunter in den Freizeitsport. Als ich mal im Keller irgendeines Hotels bei irgendeinem Turnier mit ihm Tischtennis spielte, korrigierte er mich, nachdem ich ihm einen Punkt gegeben hatte: Mein Ball hätte die Platte noch berührt. Keine Geste, die den Lauf der Welt veränderte, aber eine, die zeigt, aus welchem Holz Peter geschnitzt war.

Es ist nicht übertrieben, Peter als Urgestein der Scrabble-Szene zu bezeichnen. Nicht nur, weil er und seine Frau Renate beim ersten ZEIT-Scrabbleturnier in Klagenfurt am Wört(h)ersee antraten und seitdem an ungezählten Vergleichen teilnahmen. Ohne vordergründig in Erscheinung getreten zu sein, hat Peter dank seiner ausgeprägten Sprachkompetenz auch einen erheblichen Einfluss auf die Formulierung der Zulässigkeitsregeln ausgeübt. Gerade in den Gründungsjahren von Scrabble Deutschland e. V. habe ich ihn sehr oft um Rat gebeten. Und ich erinnere noch sehr genau eine Situation in Horben im Jahr 2002, in der er mir bei einer Diskussion in großer Runde über die Rechtmäßigkeit von Formen wie „wirds“ oder „hats“ rettend zur Seite sprang – so fundiert und klar, dass die Debatte anschließend bald beendet war.

Hinter Peter steckte nicht nur ein Scrabbler mit einem umfangreichen Wortschatz, sondern auch ein Mensch mit einem außergewöhnlich abwechslungsreichen Lebensweg. Er war Schauspieler und Historiker, Blumen- und Menschenfreund, Mitarbeiter des Goethe-Instituts in Indonesien und Japan, Übersetzer und Germanist und – last not least – ein Mann mit Witz. Peter verfügte über diese wunderbare Art von Humor, die allen ein Lächeln auf die Lippen zaubert, ohne je jemandem weh zu tun. So ist sicherlich auch die Bemerkung über seine Frau Renate einzuordnen, die lautete: „Es hätte mich härter treffen können!“ Wenn man das Schalkhafte abzieht, bleibt das Elementare, was Peter für Renate empfand: Tiefe Liebe und tiefen Respekt.

Die Scrabble-Szene verliert mit Peter einen liebenswerten Menschen und ein Unikat. Möge er an dem Ort, an dem er jetzt weilt, in aller Ruhe für Unruhe sorgen können!

 

Für den Vorstand

Sebastian Herzog

Scrabble in Zeiten von Corona (1)

5. April 2020

Liebe Scrabblerinnen und Scrabbler,

in diesen turnierfreien Zeiten gibt es wenig bis gar nichts zum Thema Scrabble zu berichten. Wir wollen uns auf dieser Website weder politisch zu den aktuellen Umständen noch spekulativ zu etwaigen Aussichten äußern; da gibt es andere Quellen. Der Vorstand von Scrabble Deutschland e. V. möchte jedoch einen kleinen Beitrag leisten, das erzwungene Zuhausebleiben etwas angenehmer zu gestalten.

Geplant ist eine lose Folge von Veröffentlichungen unterschiedlicher Art, idealerweise in interaktiver Form. Soll heißen: Wer eine Geschichte, Glosse oder Anekdote, einen Comic, ein Gedicht oder eine reizvolle Spielsituation parat hat, möge uns diese zukommen lassen. Einzige Bedingung: ein Bezug zu Scrabble.

Den Anfang macht heute eine Konstellation, der sich Ben Berger just in einer Partie mit seinem Quarantänepartner und Mitbewohner gegenüber sah. Welches thematisch aktuelle Wort lässt sich hier für eine erkleckliche Punktzahl anlegen?

Wir wünschen euch, dass es sich mit Corona in eurer Umgebung genauso verhält wie gemäß Regeln beim Scrabble: draußen bleiben!

Der Vorstand

Auch Saarbrücken verschiebt – auf Juni 2021

5. April 2020

Die Veranstalter in Saarbrücken haben schweren Herzens ihr Turnier auf 2021 verschoben. Es findet vom 04. – 06.06.2021 statt. Sie fanden ihn ihrem Absage-Schreiben (siehe Turnierseite) die passenden Worte.

Ihr habt unserer ScrabbleSaar-Gruppe eine große Freude bereitet, als Ihr Euch schon seit Weihnachten in großer Zahl für Juni 2020 zum 2. Scrabble-Saarland-Cup in Saarbrücken angemeldet hattet. Wir waren alle schon auf ein schönes Frühsommer-Turnier im Saarland eingestellt.

Doch inzwischen hat die Pandemie durch das Coronavirus die Welt verändert. Wichtige Einschränkungen mit dem Ziel eines konsequenten Infektionsschutzes für die gesamte Bevölkerung lassen uns trotz notwendiger sozialer Distanzierung zwar irgendwie gerade in diesen Zeiten näher zueinander finden. Aber bis auf Weiteres (und niemand weiß, wie lange!) ist gerade leider nicht die Zeit für geselliges Beisammensein in großer Runde und spannende Turnierspiele rund um unsere „schönste Nebensache der Welt“.

Mit großem Bedauern, aber sicherlich mit Eurem vollsten Verständnis, müssen wir daher den 2. Scrabble-Saarland-Cup im Juni 2020 in Saarbrücken absagen.

Herzliche Grüße, gute Gesundheit für Euch und alle Eure Lieben!

Monika, Alexander, Dorothee, Anne, Frieda, Stephan, Claus, Steffi, Cristine und alle Freunde von ScrabbleSaar

Termin für St. Gallen 2021 steht

21. März 2020

Es spricht für die Scrabble-Freunde in St. Gallen, dass sie auch in der aktuellen Krise nach vorne schauen! Lorenz Knöpfli hat den Termin für das kommende Jahr mitgeteilt: 19.-21.03.2021. Der wunderschöne Spielsaal ist schon reserviert …

Scrabble Deutschland: Alle Vereinsaktivitäten liegen für unbestimmte Zeit auf Eis

21. März 2020

Liebe Scrabble-Freunde,

die Corona-Pandemie hat Deutschland, Europa und die Welt fest im Griff. Mit Appellen, auf soziale Kontakte zu verzichten, aber auch mit Reiseverboten und Ausgangssperren versuchen die Behörden, die Ausweitung zu verlangsamen oder einzudämmen.

Der Vorstand von Scrabble Deutschland e. V. sieht daher keine andere Möglichkeit, als alle Vereinsaktivitäten auf unbestimmte Zeit auf Eis zu legen. Alle Turniere bis Ende Mai sind bereits abgesagt, bzgl. etwaiger Nachholtermine müssen wir die Entwicklung abwarten.

Alle Mitglieder unseres Vereins wurden am 20.03.2020 in ausführlicher Form per Mail informiert.

Wir bleiben am Ball – bleibt gesund!

Euer Vorstand

Mitgliederversammlung 28.03.20 auf unbestimmte Zeit verschoben

16. März 2020

Liebe Mitglieder,

Der Vorstand von Scrabble Deutschland e. V. hat beschlossen, wegen der Corona-Epidemie die für den 28. März 2020 geplante Mitgliederversammlung samt Rahmenturnier auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

Über einen Ersatztermin werden wir rechtzeitig informieren.

Bzgl. der weiteren Turniere und nicht zuletzt der deutschen Meisterschaft Ende Mai in Rotenburg/Fulda werden wir – in Absprache mit den jeweiligen Ausrichtern vor Ort – frühzeitig kommunizieren, ob die Veranstaltungen stattfinden können.

Bleibt gesund!

Euer Vorstand

10. S(CH)RABBLE in St. Gallen: Denkwürdig in jeder Hinsicht

16. März 2020

von Hans Trachsel

Die Teilnehmerzahl schrumpfte und schrumpfte wegen Corona, schliesslich nahmen noch 23 Unentwegte das Turnier in Angriff. Ursi Zurflüh konnte am 2. Tag nicht mehr antreten. Doch 22 Könnerinnen und Könner spielten fertig und waren mit voller Intensität dabei.

Den Siegespreis entführte Liesbeth Schön nach Wien. Sie ist zurzeit gross in Form, denn im Dezember hatte sie bereits den Wolpertinger in München zur Strecke gebracht. Die frisch pensionierte Gymnasiallehrerin verfügt über einen grossen Wortschatz und ist auch taktisch beschlagen. Spektakulär kam ihr knapper Sieg über Turnierorganisator Lorenz Knöpfli zustande: Dieser zweifelte den Abschlusszug *GOLEM nur deshalb nicht an, weil er sich als knapper Sieger wähnte und kein Risiko laufen wollte. Ein folgenschwerer Irrtum: Beim Nachrechnen ging der hauchdünne Sieg an Liesbeth.

Wie schon letztes Jahr erreichte Nadja Dobesch das Finale. Es gab unterwegs auch Stolperer, doch zum Schluss war sie die beste der Verfolger(innen). Hier blieb ihr das nun schon einige Zeit anhaltende Pech treu. Liesbeth begann mit dem schönen Bingo SABINER und holte etwas später mit der angezweifelten Form GEWÄNNET nochmals viele Punkte. Mit REUTEND machte sie endgültig alles klar. Nadja kam nur mit viel (Tausch-)Aufwand zu ihrem ersten Bingo (FIRMEND), später kam noch ENTBEHRE dazu. «Diesmal hab ich mir nichts vorzuwerfen, es war von den Buchstaben her einfach nicht zu gewinnen», kommentierte sie sachlich.

Letztes Jahr war das anders gewesen: Nadja verpasste es, Bens nach langem Brüten aufs Brett gebrachte OCKERM anzuzweifeln und vergab damit wohl den Turniersieg. In Hamburg passierte ihr im Mai dann nochmals Ähnliches. Fazit: Sieben Top-Ten-Klassierungen 2019, aber kein Sieg. Bei dieser Beständigkeit ist anzunehmen, dass es in nächster Zeit wieder mal klappen könnte.

Lorenz zeigte sowohl als Spieler wie auch als Organisator eine Riesenleistung. Dank seiner Unerschütterlichkeit im Hagel der Absagen und ständig verschärfter behördlicher Massnahmen kam das kleine Jubiläum überhaupt erst zustande. Die Hygienemassnahmen wurden befolgt, die Stimmung war gut – ein grosses Bravo geht an Lorenz und sein Team.

Als Spieler schrammte Lorenz knapp am Finale vorbei und wurde schliesslich Dritter. Das war er in St. Gallen schon zweimal. Den Beweis hat er erbracht: Er kann noch mehr schaffen, wenn alles stimmt. Alle drei teilnehmenden Länder auf dem Podest – Symbol für den guten Geist, der trotz äusserer Widrigkeiten das Turnier beseelte. Stadtrat Markus Buschor fasste das aus Sicht der Gastgeberstadt in passende Worte: Es sei gesellschaftlich, sozial und sportlich von grossem Wert, dass das Turnier stattgefunden habe – mit grosszügiger Unterstützung der Stadt, wie dankend beigefügt sei.

Ein Highlight nicht nur aus Schweizer Sicht war die Leistung der Bündnerin Nesa Wyss, die immer mit neuen Grosstaten aufwartet. Hatte sie letztes Jahr mit einem Kantersieg gegen den nachmaligen Turniergewinner Ben Berger aufhorchen lassen mussten dieses Jahr sowohl Blanca als auch Ulla und die Finalistin Nadja dranglauben. Verdienter sechster Platz, da ist noch viel möglich bei soviel Beharrlichkeit und Willenskraft. Der Schreibende und Blanca, die im letzten Spiel aufeinandertrafen, sind deutlich weiter hinten klassiert.

Wegen etlicher knapper Niederlagen holte Erika Hadorn, die sowohl gegen Blanca wie gegen Maria Feige gewann, den undankbaren Pechvogelpreis. Und Ursi Zurflüh, auch im Helferteam engagiert, zeigte, was in ihr steckt. Zu Beginn besiegte sie als einige der Wenigen Liesbeth Schön und holte ein Unentschieden gegen Ulrike Brodkorb. Was wär da wohl noch gekommen, wenn sie hätte zu Ende spielen können.

Ein in jeder Hinsicht denkwürdiges Turnier wird uns in guter Erinnerung bleiben, das bestätigten alle, die ich befragt habe. Man kann nur wünschen, dass es nächstes Jahr von den äusseren Widrigkeiten verschont bleibt, die ihm heuer fast das Lebenslichtlein ausgeblasen hätten.