Nach drei Turnier-Debüts im November steht mit dem (Vor-)Adventsscrabble Berlin nun ein Turnier an, das bereits 2024 Premiere feierte. Wie die beiden an den letzten Wochenenden ausgetragenen Turniere handelt es auch nun in Berlin um ein Eintagesturnier. Sieben Runden werden gespielt.
Kann Titelverteidigerin Livia Boerner ihre beeindruckende Berlin-Serie fortsetzen? Wird sie die Spitzenposition in der Elo-Rangliste verteidigen können?
Ben Berger gewinnt Premiere am Kaiserstuhl
Ben Berger hat nach einem spannendem Endspurt die Erstausgabe des „Scrabble am Kaiserstuhl“ gewonnen und damit seinen 45. Turniersieg eingefahren.

Lange sah es allerdings nach einem Sieg für Blanca Gröbli-Canonica aus. Die Schweizerin gewann ihre ersten sechs Spiele, während Ben in Runde 3, wie bereits vor wenigen Wochen in München, Blancas Landsfrau Regula Schilling unterlegen war. Da der Freiburger aber die weiteren Partien alle für sich entscheiden konnte, kam es in Runde 7 zum „Showdown“ der beiden, die sich bereits 2009 in Hamburg bei den damaligen Fairmasters in einem Finale gegenübergestanden hatten, seinerzeit mit dem besseren Ende für Blanca. Auch diesmal sprachen die Vorzeichen eher für Blanca, da sie bis dahin 156 Differenzpunkte mehr als Ben hatte erzielen können. Ben musste daher mit einer Differenz von 78 Punkten gewinnen, um Blanca noch den Turniersieg streitig machen zu können. Und zunächst sah es nicht danach aus: Blanca konnte die Partie gleich mit dem Bingo LAUHEIT beginnen. Dann war das Glück allerdings auf Bens Seite, sodass er mit den 4 Bingos ERJAGTEN (4x), EINSENDE, UMBRECHE und RESEDEN zum turnierentscheidenden 607:320 davonziehen konnte. Für Blanca war es dennoch die beste Platzierung seit ihrem Turniersieg in Berlin 2019.
Hinter Ben und Blanca (6:1) konnte sich Raimund Dillmann noch auf Rang 3 platzieren (5:2 Siege, + 420), vor Thomas Bartsch (5:2, + 358) und Martin Bär (5:2, + 331).

Insgesamt war das Turnier, das auf eine Idee von Julian Rombach zurückging, ein voller Erfolg, gerade auch für den Freiburger Treff, der immerhin 9 der 18 Spieler stellte, davon allein drei Turniernovizen, darunter Julian. Dass jemand sein erstes offizielles Turnier gleich (mit-)ausrichtet, dürfte es seit Beginn des Turnierscrabbles im deutschsprachigen Raum nicht mehr gegeben haben. Ein großer Dank gilt auch Julians Mutter, die mit 6 (!) selbstgebackenen Hefezöpfen maßgeblich zur kulinarischen Versorgung beitrug, sowie den weiteren fleißigen Helfern des Freiburger Treffs.

Am Sonntag wurde dann noch die anvisierte Wanderung angegangen, der sich noch fünf Wackere anschlossen. Bei schönem, aber eisig kaltem Spätherbstwetter war der Blick bis zu den Vogesen und dem Feldberg möglich.
Mit dem (Vor-)Adventsscrabble kommendes Wochenende in Berlin nimmt der Reigen der novemberlichen Eintagesturniere sein Ende, bevor am Nikolauswochenende das Scrabbleturnier in Münster den Jahresschlusspunkt setzt. Die Ausrichter in Münster würden sich sehr freuen, wenn die beiden freien Plätze noch belegt werden könnten.
Kaiserstuhl: Die nächste Premiere
Der Reigen der neuen Turniere geht munter weiter: „Scrabble am Kaiserstuhl“ heißt es am Samstag in Endingen. Hier werden sieben Runden ausgetragen. Wird es auch hier einen Überraschungssieg geben? Davon kann man wohl schon sprechen, wenn der Sieger am Ende nicht Ben Berger heißt (Alex Dings musste leider absagen). Im Feld sind aber auch einigen Turnierneulinge, die für Überraschungen sorgen können. Einer davon gehört auch gleich zum Ausrichterduo.
Kempen: Neue Namen auf dem Podest

Uschi Müller, Ute Kneist und Stefan Merx standen auf den Plätzen 1 bis 3 der (Elo-)Setzliste, doch war dies nicht das Trio, das am Ende auf dem Siegertreppchen stand (was nur Ute gelang), sondern es waren die letzten drei „Opfer“ von Valentin Promies bei seinem 6:0-Durchmarsch in Kempen. Für Valentin war es erst sein drittes Turnier! Und auch wenn er mit Platz 7 in Freiburg schon in vordere Regionen vorgestoßen war, hatte wohl mit dieser weißen Weste (fast?) niemand gerechnet.
Einen Turniersieg beim dritten Turnier hat es wohl seit den Anfängen der dokumentierten Turniere nicht mehr gegeben: Weder Timon noch Ben, Alex oder Khan haben dies geschafft – immerhin Ulla kann eine gewonnene DM bei ihrem vierten Turnier vorweisen.

Das Versorgungsteam
Für Ute Kneist blieb das Spiel gegen Valentin die einzige Niederlage; das bedeutete Platz 2. Den dritten Platz belegte Inge Weiand mit 4,5:1,5. Auch für sie ist es die beste Turnierplatzierung; bislang war der 5. Platz in Düsseldorf 2012 ihr bestes Ergebnis. Der halbe Punkt resultiert aus einem Unentschieden gegen Edith Weidner, die bei ihrem ersten Turnier mit 3,5:2,5 eine positive Bilanz erreichen konnte.

Weitere erfreuliche Aspekte: Niemand blieb ohne Sieg; die Räumlichkeiten erwiesen sich als sehr geeignet; Kuchenspenden und das „Versorgungsteam“ sorgten für das angenehme „Drumrum“.
So konnte das Teilnehmerfeld am Ende erfreut vernehmen, dass sich Organisatorin Uschi Müller eine Wiederholung durchaus vorstellen kann.
Premiere (nicht nur) in Kempen
Alles neu macht der … November: In diesem Monat voller Scrabble-Turniere feiern gleich drei Veranstaltungen ihre Premiere, bevor dann am Monatsende das (Vor-)Advents-Scrabbeln in Berlin quasi als „Routinier“ mit seiner 2. Auflage den Monat abschließt. Der erste Neuling startete mit dem „kleinen MUC“ in der letzten Woche, in der kommenden Woche wird erstmals am Kaiserstuhl gescrabbelt.
Am Samstag dieser Woche aber wird erstmals der nach dem alten Namen der Austragungsstadt Kempen benannte Campunni-Cup ausgetragen. Nach derzeitigem Stand kommen 27 Scrabblerinnen und Scrabbler an den Niederrhein. Wer steht nach sechs Spielrunden beim Ein-Tages-Turnier an der Spitze? Und wie schlagen sich die beiden Neulinge im Feld?
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Der kleine MUC – ein gelungenes Turnier

Nach dem kleinen MUC: Das neue Münchner 2-Tage-Turnier brachte so manche Überraschung mit sich. Am Ende blieb kein Teilnehmer ohne Sieg, zudem konnten die Neulinge Juli Heinrich und Jutta Rausenberger mit soliden Erfolgen gegen etablierte Scrabble-Größen überzeugen.
Bis einschließlich Runde 8 führte Favorit Ben Berger die Tabelle ungeschlagen an, wurde aber schließlich doch noch von Günter Krämer überholt, der ihn in Runde 9 besiegte und durch seinen Ü600-Sieg gegen Nesa Wyss in der letzten Runde das Turnier endgültig für sich entschied. Platz 3 sicherte sich Gastgeberin Nadja Dobesch.
Das Turnier wurde geräuschlos und effektiv von Ulrike Brodkorb und „Felix“ (Eingabe) durchgezogen.


Der kleine MUC kam allgemein gut an und würde von vielen Teilnehmern gerne wieder besucht werden. Die Ausrichterinnen Nadja, Susi und Ulrike freuen sich über das positive Feedback und sind einer Neuauflage im nächsten Jahr nicht abgeneigt.
Bildergalerie



Elisabeth











Der kleine MUC – neues 2-Tage-Turnier
Am kommenden Wochenende begrüßt München Teilnehmer aus Nah und Fern zu insgesamt zehn Spielrunden. Wer wird all seine Gegner auch ohne magische Pantoffeln abhängen und auf Gold stoßen? Die Favoritenrolle hat wieder einmal Ben Berger inne; können Lokalmatadorin Nadja Dobesch oder die Österreicherin Liesbeth Schön ihn stoppen? Und können die Turnierneulinge im Feld für Überraschungen sorgen?
Scrabblewoche: Die Spiele der K.o.-Runde
Zu den Halbfinal- und Finalspielen werden an dieser Stelle die Schlussbretter, Durchklickspiele mit Quackle-Analyse und Links zu den (von Alex Dings) in Woogles aufbereiteten Partien zur Verfügung gestellt.
Finale
1. Spiel: Endstand / Durchklickspiel / Woogles
2. Spiel: Endstand / Durchklickspiel / Woogles
Halbfinale Theo Kardel – Claudia Aumüller
1. Spiel: Endstand / Durchklickspiel / Woogles
2. Spiel: Endstand / Durchklickspiel / Woogles
Halbfinale Uta Ehlers – Friedrich Engelke
1. Spiel: Endstand / Durchklickspiel / Woogles
2. Spiel: Endstand / Durchklickspiel / Woogles
Hinweise: Bei Woogles erfolgt die Punkteberechnung leicht abweichend: Anstelle von Punktabzügen (falsche Anzweiflung; Restbuchstaben) erfolgt eine Punktgutschrift beim Gegner. Die Differenz stimmt somit mit unserer Zählweise überein.
Bei den Quackle-Analysen werden beim 1. Spiel jeweils die Siegwahrscheinlichkeiten angezeigt, die sich auf die einzelne Partie bezieht; bei den 2. Spielen ist es die Wahrscheinlichkeit, das K.o.-Duell über 2 Spiele für sich zu entscheiden.
SeHer in Magdeburg: Theo packt es erneut
von Hans Trachsel

Hart musste er kämpfen, doch am Schluss hat es erneut gereicht: Theo Kardel heisst der Sieger des diesjährigen SeHer-Turniers in Magdeburg. An vertrauter Stätte im grandiosen Hotel Maritim Magdeburg rangen 39 Wortkünstler um den neben dem Deutschen Meister begehrtesten Titel.
Im Halbfinal wurde es so richtig knapp für den nachmaligen Sieger: Nach zwei engen Partien entschieden 6 Punkte gegen die Rekordsiegerin des Wochenturniers (dreimal ZEIT und bereits zweimal SeHer) zugunsten von Theo, ein Nichts ist man versucht zu sagen. Ganz anders verlief das zweite Halbfinale: Uta Ehlers konnte gegen Vorrundensieger Friedrich in beiden Spielen so richtig schalten und walten und ihren erstmaligen Einzug ins Endspiel überdeutlich schaffen.
Hier allerdings setzte sich der erfahrene Theo klar durch. Uta konnte zwar sein Startbingo KUNDTUN mit einem noch teureren GEMISCHT gut kontern, doch danach setzte sich Theo immer mehr ab. Eine gute Gelegenheit verpasste Uta mit BESANDET, das sie abräumen musste; gepasst hätte ABSENDET. MAUSIGEN zweifelte sie erfolglos an. Theo holte sich einen satten Vorsprung von 171 Punkten.
Das zweite Spiel nahm einen ähnlichen Verlauf. Uta begann gut mit dem Bingo SCHROTES und liess dann das Phoney GRIPSEN stehen; Theo versäumte es, den ehrenwerten Handwerker zu legen (GIPSERN). Dann kam sie selber mit ANRITTE an den Falschen; Theo wusste, dass es nicht im Duden steht, obwohl das Verb ganz gebräuchlich ist. Mit EINTRAT hätte sie erfolgreich aufholen können.
Die quirlige und vielseitig tätige Uta Ehlers, deren Tochter Ann-Kathrin an diesem Turnier ebenfalls einige Glanzpunkte setzte, verlor ihre gute Laune ob der Niederlage nicht. Sie freute sich, dass es zuvor so gut gelaufen war und bilanzierte: «Da hab ich wohl ein paarmal Mist gebaut». Das war etwas gar hart; sollte ihr erneut ein Finaleinzug gelingen, wird ihr die hier gesammelte Erfahrung zustattenkommen.

Erstaunlich war, was die zweifache Gewinnerin des ZEIT-Turniers, die Schweizerin Blanca Gröbli leistete: Nach völlig missratenem Beginn drehte sie mächtig auf und schlug den nachmaligen Sieger Theo sowie Halbfinalistin Claudia deutlich. Auch ihre Landsfrau Regula, zeitweise auf Halbfinalkurs, wurde von ihr zurückgebunden. Direkt hinter den Halbfinalisten placierte sich der Frankfurter Dieter Kästner. Gestartet war er wenig verheissungsvoll mit einem 0:3. Ein hervorragendes Turnier spielte Annelise Grabbe. Dynamisch wie eh und je trat sie auf und holte 14 Siege.
Für Abwechslung an den Abenden sorgte die frühere Chefredaktorin des Duden, bei der sich eine äusserst lebhafte Diskussion entspann. Hartmut Seeber, seines Zeichens Welt- und Europameister im Skat, verblüffte seine Mitbewerberinnen und -bewerber mit dem erstaunlichen Befund, dass mit den 100 Scrabblesteinchen (ohne Blankos) zehn Wörter à zehn Buchstaben zu bilden sind. Friedrich bot ein Simultanturnier und Monika Weber führte auf ihre unverwechselbare Weise durch einen vergnüglichen Abend. Auch diese 7. Ausgabe des Nachfolgeturniers der ZEIT, vom Präsidenten von Scrabble Deutschland e. V. Sebastian Herzog ins Leben gerufen, lässt wohl nur den einen Schluss zu: Es möge in diesem Stil weitergehen!
