LdC 2017: Timons Durchmarsch

24. Juli 2017

Bei der dritten Austragung der „Liga der Champions“ war erstmals Berlin der Austragungsort. Der von der Scrabbinale bekannte Spielort erwies sich – ebenso wie die Aumüllersche Organisation – als absolut championswürdig.

In zwei Zwölfergruppen wurden die Finalisten* ermittelt. In Gruppe A geriet Favorit Ben Berger gleich zu Beginn ins Straucheln – die Niederlage gegen Asalet Althaus fiel mehr als deutlich aus. In Runde 3 wurde Ulrike Aka dann zum nächsten Stolperstein.
Nach Runde 6 hatten dann aber alle in der Gruppe mindestens zwei Niederlagen, und Ben stand dort, wo die meisten ihn erwarteten. Als Ingrid Nöth dann in Runde 8 gegen Ben bestehen konnte, drehten sich erneut die Vorzeichen. Ingrid ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen, gewann auch die drei verbleibenden Partien und zog verdient ins Finale ein. Ben blieb die Rolle als „bester Verfolger“.

Ganz anders der Verlauf in Gruppe B. Timon Boerner, der Jüngste im Teilnehmerfeld, ließ sich von Beginn an nicht beirren und zog mit „weißer Weste“ durch die Gruppenspiele. Ob er dabei so ein Buchstabenglück hatte wie später im Endspiel oder einfach nur viel mehr draus machte als seine Mitspieler, lässt sich nicht abschließend beurteilen. Sehr wahrscheinlich hat beides zu seinen Erfolgen beigetragen. Spannender ging es im Rennen um Platz 2 in dieser Gruppe zu. Nach 9 Runden hatte Liesbeth Schön den Platz inne, die Siegerin der ersten „Liga der Champions 2013“ hatte von Beginn an oben mitgemischt. In Runde 10 hatte dann Stefan Merx, der nach Runde 9 erstmals positiv stand, die Gelegenheit, sie vom Vizeplatz zu verdrängen. Es gelang im nicht. In Runde 11 hätte nur noch Josef Esser im Fernduell an ihr vorbeiziehen können, nach Rangliste der „Außenseiter“ der Gruppe. Liesbeth aber gewann ihre Partie; zudem musste Josef eine Niederlage hinnehmen.

Das im „Wintergarten“ ausgetragene Finale, das die übrigen und einige Zuschauer im benachbarten Spielsaal verfolgen konnten, war leider nicht die „spannungsmäßige Krönung“. Timon bekam gleich beide Blankos und startete mit zwei Bingos, während Ingrid erstmal „Bänkchenschrott“ durch Tausch entsorgen musste. Souverän konnte Timon mit taktischem Geschick den Vorsprung verwalten und mit zwei weiteren Bingos ausbauen, während Ingrids einziger Bingo (IRANERIN) wohl der hübscheste, wenn auch mit 59 nicht punktreichste des Finals war. 543:359 hieß es am Ende – und Timon durfte sich nicht nur über den Umschlag mit der Siegprämie, sondern auch über „Scrabello“ freuen. Denn dieser befindet sich stets in der Obhut des Elo-Ranglisten-Führenden – und hier konnte Timon, der ja auch schon das Hamburger Fairmasters 2017 gewonnen hat, den Gipfel von Ben Berger übernehmen, der noch immer auf seinen ersten Turniersieg in diesem Jahr wartet.

Mit einem Punkteschnitt von 407,89 konnte der bei der Liga der Champions 2015 aufgestellte Rekord geringfügig gesteigert werden. Da außer Titelverteidiger Theo Kardel die komplette Top 15 vertreten war, überrascht dies kaum.
*: bitte geschlechtsneutral verstehen, aber die Formulierung „Finalistinnen und Finalisten“ wäre hier irgendwie auch unpassend.

Champion der Champions gesucht

20. Juli 2017

Zum 3. Mal findet am bevorstehenden Wochenende die „Liga der Champions“ statt, für die sich 24 Scrabblerinnen und Scrabbler aus Österreich, der Schweiz und Deutschland qualifiziert haben.
Austragungsort ist diesmal die Hauptstadt Berlin, der Modus ist gegenüber 2015 unverändert. In zwei 12er-Gruppen spielt jeweils jede(r) gegen jede(n) – und dann bestreiten die Gruppensieger das Finale um den Titel.

Auch in Abwesenheit des Titelverteidigers Theo Kardel ist das Turnier naturgemäß hochkarätig besetzt. Mit Ausnahme von Theo ist die komplette Top 15 der Elo-Rangliste dabei. Spannung ist garantiert.

Das öffentliche Finale findet am Sonntag statt – eine Live-Übertragung in gewohnter Form ist selbstverständlich vorgesehen. Zuschauerinnen und Zuschauer live vor Ort sind herzlich willkommen.

Aktuell: Wir gratulieren Timon Boerner nicht nur zum überragenden Turniersieg, sondern auch zur Übernahme der Spitzenposition in der Elo-Rangliste (die Aktualisierung erfolgt in den nächsten Tagen).

Scrabble-Sommer (3)

20. Juli 2017

Mit einem vielversprechenden Bänkchen geht der Scrabble-Sommer der ZEIT in die 3. Runde. Herzlichen Glückwunsch nach Passau; dort holte sich Klaus-Peter Hunzinger den Wochenpreis mit dem Topwort DERBYS.

Eine neue Gewinnchance gibt es hier: ZEIT

Geros SuperDic geht in eine neue Runde

19. Juli 2017

Das Update umfasst mittlerweile 733.597 Einträge und wurde auf die Neuauflage des Universaldudens (8. Auflage) angepasst. Mit dem Update wird dem Rat für deutsche Rechtschreibung gefolgt, der in seinem Bericht in 2010 empfahl, einige ungewöhnliche Schreibvarianten aus dem amtlichen Wörterverzeichnis zu entfernen.
(Der Bericht des Rates aus dem Jahr 2016, der sich im RD 27 niederschlagen wird, spielt hier noch keine Rolle.)

Dies betrifft beispielsweise Schreibweisen wie Katarr, Maffia, Mohär, scharmant, Schose oder Myrre. Diese Einträge wurden samt Komposita (z. B. Rachenkatarr) in Geros SuperDic gänzlich gestrichen und finden sich in keiner der drei Kategorien mehr. Allerdings hat die Dudenredaktion die Empfehlung noch nicht ganz umgesetzt, denn im Rechtschreibduden sind noch einige Streichungen wie Butike oder Krem(s) aufgeführt, folglich findet eine Auflistung im SuperDic noch statt. Vermutlich finden hier im neuen RD noch Nachbesserungen statt.

In der Kategorie RD ist Auflistung identisch zur Turnierwortliste, allerdings mit folgenden Ausnahmen:

EBB(E)STRÖME – zulässiger Plural laut UD
EBENDIES – lt. UD zulässige Flektion: ebendies(es) wollte ich euch mitteilen
EHEJOCHEN – zulässiger Plural laut UD
ENDZEITEN – zulässiger Plural laut UD
GNADENS – zulässige Ableitung lt. Reglement, wonach jedes Verb ungeachtet von Beugungsbeschränkungen als substantivierter Genitiv umgedeutet werden darf
LANGLÄUFE – zulässiger Plural laut UD
OBERDECKE – zulässiger Plural laut UD nun auch auf -e und nicht mehr nur auf -s
TONKÜNSTE – zulässiger Plural laut UD

Die Turnierwortliste wird hier im Rahmen der Umstellung auf die demnächst erscheinende Neuauflage des RD nachziehen. Ich empfehle, zumindest im privaten Spiel diese Beugungsformen im Sinne einer fairen Spielweise anzuerkennen.

Viel Spass wünscht euch
Gero

2. Oktoberfestturnier in Rosenheim

17. Juli 2017

Wir freuen uns, dass die Rosenheimer Scrabblefreunde und ihre Gäste Gefallen gefunden haben am Turnierbetrieb und auch in diesem Jahr den Sommer mit dem „Oktoberfestturnier“ , einem Tagesturnier mit 6 Spielen, beschließen.

Am 30. September ist es wieder soweit, und reizvoll ist sowohl die kostenlose Teilnahme als auch die Möglichkeit, neben dem Turnier „frei“ zu spielen, d.h. ohne Uhr und mit „Spicken“ im Duden oder der Wortliste – ideal für Anfänger oder Leute, die einfach mal neugierig auf ein Turnier sind.

Zeitplan und Anmeldeadresse finden sich in der Ausschreibung.

 

Der Duden 27 kommt

15. Juli 2017

Alle Jahre wieder wird der Rechtschreibduden überarbeitet, dem aktuellen Sprachgebrauch angepasst, und erfreut, erstaunt und bereichert die Scrabblegemeinde. Gerne denken wir in diesem Zusammenhang noch an das für uns großartige „Qi“ – wie lästig war das Q doch vorher!

Anfang August ist es wieder soweit, der D 27 wird am 9.8. erscheinen, und wir dürfen hier exklusiv schon ein paar für uns relevante Neuerungen verraten, denn die Duden-Redaktion war so freundlich, uns mit wirklich brauchbaren Scrabblewörtern anzuteasen.

Auf unsere Anfrage nach 3-6-buchstabigen Wörtern und hinzugekommenen Anglizismen, die brandneu im D 27 sein werden, schickte uns Frau Dr. Kunkel-Razum, die Leiterin der Duden-Redaktion, eine kleine, aber feine Liste.

Freut euch auf :

  • den Bot (ein selbständig laufendes Computerprogramm, verlängerbar mit s)
  • das oder den Kit (Ausrüstung oder Bausatz, verlängerbar mit s)
  • den Ork (die Orks sind bei Tolkien die Erzfeinde der Elfen und Zwergen, im Singular für uns ein schönes Anagramm)
  • den Pya (endlich eine neue Währungseinheit mit y – der Pya ist die Untereinheit des Kyats (Kyat somit auch neu dabei!) in Myanmar und darf auch ein Genitiv-s am Ende haben)
  • die Deko wurde sicher schon unzählige Male im Turnier gelegt und blieb unangezweifelt, weil sie so geläufig ist, jetzt schmückt sie auch den Duden
  • das Holi (ein indisches Fest und wird vermutlich nicht gebeugt, ein i an hol – erst mal eine schöne Überraschung für Gegner oder Gegnerin!)
  • den Honk (Schimpfwort aus der Jugendsprache, ein Akronym, zurückzuführen auf „Hilfskraft ohne nennenswerte Kenntnisse“, ein s darf dran)
  • Icke (und das ist auch gut so – absolut gebräuchlich für „ich“ in Berlin)
  • den Slam (slammen konnten wir ja schon länger, der Event dazu heißt Slam, -s)
  • die Chica, -s (ergänzt den schon im aktuellen Duden stehenden Chico, und ist das spanische Pendant zum Girl)
  • queer ( allgemein für eine in der Geschlechtsidentität von der heterosexuellen Norm abweichende Person, beugbar oder nicht, das wird noch nicht verraten)
  • das Emoji, -s (aus dem Japanischen = ein Piktogramm)
  • den Späti, -s (Synonym für Spätverkaufsstelle, meist Getränkeverkauf /Kiosk)
  • die Bäurin (sie darf jetzt auch ohne e bauern)
  • den Veggie, -s (Vegetarier aus England, auch hier angekommen)
  • das Brötli, -s (auch die Schweizer essen jetzt laut Duden Brötchen!)
  • das Tablet, -s (kurz für Tablet-PC)
  • frugan (Adjektiv zur Ernährungsform Fruganismus – schön, wenn anfrug mal nicht passt!)
  • fancy (ist das neue „chic“)
  • busy (ist viel kürzer als „beschäftigt“)
  • funny (ist die logische Ergänzung zu „Fun“)
  • das Airplay, -s (bezeichnet eine Schnittstelle zur kabellosen Übertragung)
  • und den neuen Hochkaräter Sexyness – stellt auch das auf einem Neunfachen vor!!

Das stellt natürlich nur einen Auszug der Neuerungen dar, und bis wir die neue Ausgabe des Dudens elektronisch und manuell durchforstet haben werden und der Ausschuss für die Zulässigkeit von Scrabblewörtern alles diskutiert haben wird, was in der neuen Wörterliste tatsächlich auftauchen soll, wird einige Zeit ins Land ziehen.

Wir rechnen nicht mit der Umstellung auf D 27 als Referenzwerk vor dem neuen Jahr, halten euch aber hier und im scrabble-talk auf dem Laufenden und werden sicher auch bald um Mithilfe beim Update bitten.

Scrabble-Sommer (2)

13. Juli 2017

Zwei Wörter konnten zum Auftakt als Toplösung eingesendet werden: INSERAT und ANREIST. Babette Kraushaar entschied sich für die erste Lösung und gewann damit eine Reise zum ZEIT-Scrabble-Turnier in Rheinsberg. Herzlichen Glückwunsch!

Weiter geht’s hier: ZEIT

2. Rosenheim-Cup: Nadja zuoberst auf dem Podest

10. Juli 2017

von Hans Trachsel

Das Podest für die drei Besten des 2. Scrabbleturniers in Rosenheim war nicht sehr stabil, doch Nadja Dobesch wahrte die Balance, wie bereits im ganzen Turnier. Als Einzige verzeichnete sie in den 14 Spielen nur drei Niederlagen. Flankiert wurde sie bei der Siegerehrung von Liesbeth Schön aus Wien und Maria Feige aus Roetgen (NRW).

Bereits in Runde drei tauchte die spätere Siegerin ein erstes Mal; Karola Hoffmann vom organisierenden Team schaffte die Überraschung. Danach konnten nur noch Maria Feige und in Runde 13 Ulrike Brodkorb der Dominatorin ein Bein stellen. Maria Feige verpasste in der letzten Runde den Turniersieg, weil sie gegen Johannes Naumann verlor.

Nadja hat inzwischen ein stattliches Palmares an Siegen und Spitzenplätzen. Mit ihr ist stets zu rechnen. Ihre Spielweise ist unaufgeregt; selten entgeht ihr ein guter Zug und auch das Wenden des Blattes in extremis ist ihr nicht fremd. An der bevorstehenden Champions League gehört die Münchnerin zum engeren Favoritenkreis.

Liesbeth Schön, welche die Champions League vor vier Jahren gewann, zwischendurch aber gelegentlich unten durch musste, lieferte eine brillante Leistung. Sie erzielte die mit Abstand höchste Differenz aller 33 Mitspielenden. Sogar die Niederlage mit der höchsten Punktzahl von 454 geht auf ihr Konto; Blanca Gröbli-Canonica holte in dieser Klassepartie zwei Zähler mehr.

Maria Feige gehört nebst Karola und Ulrike Brodkorb zum kleinen Kreis der Bezwingerinnen von Nadja. Johannes Naumann vermasselte ihr die Tour zum Schluss mit einem klaren Sieg in Runde 14. Doch die frühere Deutsche Meisterin zeigte auch gegen den frisch gekürten Deuschen Meister Stefan Merx sowie gegen Blanca, die das Podest knapp verfehlte, was sie drauf hat.

Der letztjährige Überraschungssieger Raimund Dillmann spielte ein gutes Turnier, kam aber als bester Mann diesmal „nur“ auf Platz acht. Die 2. Siegerin dieses kleineren, aber höchst feinen Turniers bereitete ihm eine schon fast brutale Niederlage, was ihn aber nicht hinderte, bis kurz vor Schluss vorne mitzumischen. Er verdiente sich den Platz als bester „Bube“, wie er selbst meinte, unter anderem mit Siegen über Maria Feige und Lea Gettys, die nicht von ungefähr dieses Jahr schon mal in einem Final gestanden hat. Mehr war möglich, doch sie verlor in Runde 14 überraschend gegen Andrew Solomon, einen Amerikaner, der immer wieder zu Turnieren nach Deutschland reist. Er ist ein Unikum und stets für Überraschungen in beide Richtungen gut.

Der Deutsche Meister Stefan Merx war nicht so recht im Strumpf. Unter anderem war ein „böser“ Zahn schuld, der kurz vor Turnierstart raus musste. Nach drei Spielen stand er mit zwei Niederlagen da. Doch er hielt durch und liess seine Klasse in den letzten Spielen gegen Lea Gettys und den Vorjahressieger deutlich aufblitzen. Gegen die entfesselte Liesbeth aus Wien war er allerdings chancenlos.

Begeistert waren die Mitspielenden wie schon im Vorjahr von der Organisation rund um Wolfram Inngauer, Beate Fecke, die Hoffmanns, Peter Rohr und die von Wolfram augenzwinkernd als Food-Design-Managerin bezeichnete Rita Roesner. Karola und Jochen konnten zudem ihren Sohn Marko gewinnen für die Informatik. Dieser wartete mit einer tollen Neuerung auf, welche die Übersicht markant verbessert. Die ständigen Rochaden in der Rangliste wurden auf dem grossen Display mit lebhaftem Interesse verfolgt.

Beim gemeinsamen Nachtessen sorgte eine echt bayerische Hochzeit mit Frauen in farbigen Trachten, feschen Mannsbildern und herumtollenden Kindern für Stimmung. Erfreut nahmen alle zur Kenntnis, dass es nächstes Jahr weitergeht. Zudem wird am 30. September auch das Eintagesturnier in Rosenheim („Oktoberfestturnier“) zum zweiten Mal stattfinden.

Der Rosenheim-Cup bleibt in Bayern

9. Juli 2017

Nadja Dobesch gewinnt die 2. Auflage des rundum gelungenen Rosenheim-Cups – somit bleibt der virtuelle Pokal im Bayernland. Wir gratulieren herzlich!

Ein ausführlicher Bericht folgt – hierfür danken wir Hans Trachsel bereits jetzt.

Die Aktualisierung der Elo-Rangliste erfolgt erst in etwa einer Woche.