Kategorie Archive: Wolpertinger Cup

4. Wolpertinger Cup: Und wieder Ben vor Stefan und Nadja

5. Dezember 2017

von Hans Trachsel

Es ist schon erstaunlich: Auf den medaillenberechtigten Plätzen des 4. Wolpertinger-Cups in München finden sich dieses Jahr die gleichen drei Leute wie vor einem Jahr! Ben Berger gewann zum dritten Mal nacheinander – echter Hattrick, Chapeau! Am nächsten kamen ihm wie schon 2016 Stefan Merx und Nadja Dobesch.

Zunächst sah es nicht nach einem Triumph für Ben aus, der dieses Jahr zuvor noch kein grosses Turnier gewonnen hat. Er strauchelte überraschend gegen Gerlind Hermassi, die ihren Geniestreich fast nicht fassen konnte. Entscheidend war, dass Gerlind drei vom Maestro gelegte Wörter erfolgreich anzweifelte: LEGUMINE (geht nur mit S am Schluss), dann DRAFT (ist erst im neuen Duden verzeichnet, da war Ben, bezeichnend für ihn, zu schnell) und einen Flüchtigkeitsfehler, den Gerlind nutzen konnte. Daraus resultierte eine knappe Niederlage.

Für Gerlind ging es nicht gar so gut weiter, für Ben aber schon. Bis Runde 9 gewann er alle Spiele, auch gegen seinen schärfsten Rivalen Stefan Merx mit 468:441. Doch Nadja Dobesch stoppte den Berger-Express mit 537:418 und hielt damit die Spannung aufrecht. Weil aber Ben danach im Gegensatz zu den andern Spitzenleuten alles gewann, kam er zu einem klaren Sieg mit 12 gewonnenen Partien. Der amtierende Deutsche Meister Stefan Merx zeigte sich mit Rang zwei in bester Form, ebenso wie Nadja, die das Turnier zusammen mit Ulrike Brodkorb und einem bewährten Team ausrichtet. Das direkte Duell von Stefan und Nadja qualifizierte sich hierbei für die Geschichtsbücher – 691:374 (zweithöchste Einzel- und vierthöchste Gesamtpunktzahl in der Turniergeschichte). Auf zehn Siege kam einzig noch Ingrid Nöth; im letzten Spiel gewann die frischgebackene ZEIT-Turniersiegerin in einem wahren Krimi mit 396:392 gegen Blanca Gröbli. Die Schweizerin blieb dennoch verdient unter den besten Zehn.

Noch besser platzierte sich Regula Schilling, die zweite Spitzenfrau aus der Schweiz. Ihr kam dabei das in Runde 2 gegen Günter Krämer erzielte einzige Unentschieden des Turniers zugute (442:442!). Das direkte Duell der beiden Schweizerinnen ging deutlich an Regula. Hinter Schilling mit je neun Siegen ein Trio angeführt von Ulla Trappe, vor Ulrike Brodkorb und Johann Georg Dengel. Dahinter mit 8,5 Siegpunkten allein auf Platz 9 Günter Krämer.

Das erste Turnier um das bayerische Fabelwesen im 2014 hatte Claudia Aumüller gewonnen. Weil sie das letzte Spiel gegen Johann Georg Dengel verlor, schaute diesmal nur Platz 18 heraus, trotz der zweithöchsten Punktedifferenz von +906. Mehr schaffte einzig Ben mit fabelhaften 1337 und einem Schnitt von 480 Punkten aus den 14 Partien. Ben nähert sich der Marke von 20 Siegen an grossen Turnieren und ist damit einsame Spitze. Ob er Platz 1 in der Elo-Liste, den ihm Timon Boerner entrissen hat, zurückerobert, wird sich zeigen.

Noch eine Kuriosität dieses Turniers, an dem 43 Scrabblebegeisterte mitmachten: In Runde 2 gab es – neben dem erwähnten Remis – gleich drei glückliche Gewinner mit einem Pünktchen Differenz: Martin Bär schaffte das knappe Ding gegen Ulrike Brodkorb, Johann Georg gegen Dietmar Schönhoff und die Wienerin Liesbeth Schön gegen die auch sonst nicht vom Glück begünstigte Claudia.

Die Jugendherberge im Stadtteil Thalkirchen bewährt sich als Austragungsort. Zwischendurch herrscht dort ein Kommen und Gehen von kleinen und grossen Kindern ohne Altersbegrenzung. Für Action, Ablenkung und Erholung ist also gesorgt. In einem Jahr kommt es dort erneut zum Halali auf das durchtriebene Fabelwesen.

Der Wolpertinger lockt

29. November 2017

Zum vierten Mal begeben sich am Wochenende diesmal 43 Scrabblerinnen und Scrabbler in München auf die Spuren des sagenumwobenen Wolpertingers. Im Mittelpunkt stehen dann aber doch ganz reale Scrabblepartien, bei denen in 14 Runden die Siegertrophäe ausgespielt wird.

Mit dabei sind die Sieger der bisherigen Ausgaben des Turniers, Claudia Aumüller (2014) und Ben Berger (2015 und 2016). Ben könnte also den Hattrick vollenden.

Weitere Mitfavoritinnen sind vor allem im Kreis der Teilnehmerinnen zu suchen: Gastgeberin Nadja Dobesch, die Deutsche Rekordmeisterin Ulla Trappe und Ingrid Nöth, die jüngst das ZEIT-Turnier gewinnen konnte.
Schön ist, dass auch bei diesem Turnier zwei Neulinge ihr Glück versuchen. Wir wünschen ihnen und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Vergnügen und gute Buchstaben!

Aktuell: Wir gratulieren Ben Berger zum Hattrick!

Der dritte Wolpertinger

23. November 2016

Am Wochenende steht der dritte Wolpertinger-Cup auf dem Programm. Für Spannung ist bei 42 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bestens gesorgt. Titelverteidiger Ben Berger ist ebenso am Start wie seine Vorgängerin an der Spitze der Elo-Rangliste, Ulla Trappe. Für Ulla, die sich auch auf die englischsprachigen „German Open“im April vorbereitet, ist es die erste Turnierteilnahme seit über einem Jahr. Das letzte Aufeinandertreffen von Ben und Ulla brachte 2014 in Hamburg ein 1000er-Spiel hervor – Ben hatte die Nase vorn; gesamt steht es in der Head-to-head-Bilanz der beiden 9:5 für Ulla.

Doch auch die anderen 40 aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und sogar den USA sind keinesfalls zu unterschätzen. Das Taunusturnier vom letzten Wochenende hat ja auch gezeigt, dass nicht immer diejenigen ganz vorne landen, die aufgrund bisheriger Erfolge dort erwartet werden.
Ein Endspiel ist nicht im Programm, der Tabellenstand nach 14 Runden entscheidet.

Aktuell: Wir gratulieren Ben Berger zur erfolgreichen Titelverteidigung!

Wolpertinger-Synchronspiel zum Nachspielen

24. Dezember 2015

Ein bisschen spät – und damit quasi als Weihnachtsgeschenk – veröffentlichen wir die Synchronrunde, die am Sonntagnachmittag nach dem Wolpertinger-Turnier noch eine zweistellige Zahl von Mitspielern erfreute. Der Test dieser Variante, die im französischsprachigen Scrabble die »Hauptturnierspielform« ist, darf als gelungen betrachtet werden.
Damit auch diejenigen, die nicht dabei sein konnten, »mitspielen« können, gibt es hier die »Durchklick«-Variante des Spiels. Es geht jeweils mit dem besten in München gefundenen Wort weiter. Pro Zug standen drei Minuten Bedenkzeit zur Verfügung. Wer also unter »Echtbedingungen« nachspielen möchte, stellt seine Stoppuhr entsprechend ein.