Kategorie Archive: S(CH)RABBLE St. Gallen

Regelkunde aus der Praxis

20. März 2019

Während im Finale von St. Gallen Nadja frühes NITRINS* vom Brett gezweifelt wurde, blieben Bens nicht in der Wörterliste aufgeführten Formen UNGESEHN* und OCKERM* liegen und trugen entscheidend zu seinem Erfolg bei.

Dass beide Züge unangetastet blieben, ist jedoch nicht so verwunderlich, wenn man weiß, dass die scheinbar analog gebildeten Formen GESEHN und LOCKERM zulässig sind.
Wohl niemand im Saal hätte ohne Nachschlagen sicher sagen können, dass es sich um „Phoneys“ handelt und auch noch die passende Begründung liefern können.
Manch einer vermutete nach dem Endspiel Fehler in der Wörterliste, und erst ein genaueres Nachschlagen in den ORZ und den Duden-Werken brachte Licht ins Dunkel. Weiterlesen …

S(CH)RABBLE-Nacharbeiten

20. März 2019

Das Finalspiel kann nun Schritt für Schritt – inklusive der Computeranalyse – nachvollzogen werden; auch zwei wietere Spiele der Finalisten wurden protokolliert und analysiert

Die Elo-Rangliste wurde inzwischen aktualisiert. Ben ist wieder um einige Punkte an Timon herangerutscht.

Ebenso ist die Auflistung des 1000er-Club um den neusten Eintrag Ulrike Brodkorb erweitert worden. Ben betonte in der Ehrung, dass sie nicht nur selbst bereits die tolle Zahl an Spielen erreicht hat, sondern durch ihren Einsatz bei vielen Turnieren für uns alle viele, viele Spiele möglich gemacht hat.

Ben siegt in St. Gallen nach fulminanter Aufholjagd

18. März 2019

Das Siegertrio des diesjährigen Turniers in St. Gallen: (v.l.) Nadja Dobesch, Ben Berger, Stefan Merx

Von Hans Trachsel

Der Riese wankte, aber er fiel nicht. Als Ben Berger am St. Galler S(CH)RABBLE in Runde 3 bereits die zweite Niederlage gegen eine Schweizerin erlitt, schien der Turniersieg für ihn in weiter Ferne. Doch von da weg gab er sich keine Blösse mehr und konnte am Schluss seinen ersten Sieg in St. Gallen feiern.

Ins Stolpern brachte ihn zunächst Regula Schilling mit 456:399. Das war noch nicht aussergewöhnlich, denn eine oder zwei Verlustpartien gegen Mitfavorit(inn)en muss auch ein Champion wie Ben einkalkulieren. Für die Sensation war gleich danach die Bündnerin Nesa Wyss besorgt, die den Ausnahmekönner mit 464:274 abfertigte – ungläubiges Staunen allenthalben. Die beiden liegen in der Elo-Liste 684 Punkte auseinander.

Danach liess Ben jedoch 11 Siege folgen, womit das Finale geschafft war. Nur noch die Münchnerin Nadja Dobesch blieb elfmal erfolgreich, und somit waren wie erwartet zwei bekannte Scrabblegrössen auf dem Podest. Und hier hatte Nadja durchaus Siegchancen. Ungewöhnlich war, dass sie kurz nach Beginn für einen Routine-Bingo mit Blanko zweimal ansetzen musste. Sie probierte es zunächst mit NITRINS, was Ben zu Recht anfocht – es gibt nur NITRID. Im nächsten Zug schaffte sie es mit ERSINNT; RINNEST wär auch gegangen. Ben kontert mit WULSTIGE, die Partie wogt hin und her.

Ben setzt sich etwas ab, allerdings mit dem eigentlich ungültigen UNGESEHN, das Nadja dann prompt zu punktereichem UNGESEHNER verlängerte. Dass Ben anstelle des Phoneys den einwandfreien SHOGUNEN nicht getraut hatte, zeigt, dass selbst er nicht immer ganz sattelfest ist. Kurz vor Schluss legte Nadja ein harmloses MILDEM, wo sie mit dem viel teureren VISUM das V elegant losgeworden wäre. Dann die Situation, die so recht nach dem Geschmack des Fachpublikums, erfreulicherweise ergänzt durch etliche Kiebitze aus Stadt und Umgebung, war: Ben stand da mit einer fürchterlichen Restbank und kaum mehr Anlegemöglichkeiten; Nadja hatte dank einfachen Buchstaben keine solchen Sorgen, ihr Rückstand schien aufholbar. Ben brütet, die Zeit wird knapp und legt dann mit unbewegter Miene OCKERM. Manche im Publikum hatten mit und ohne Hilfen längst erkannt, dass es ungültig ist, es geht nur OCKEREM. Würde Nadja anzweifeln? Sie liess es gelten. Es wär ihre Chance gewesen, doch in einem Finalspiel schleichen sich häufig nervositätsbedingte Unsicherheiten ein. Ben meinte nach dem Coup: „Solche Sachen muss man machen, das gehört zum Spiel“. Da hat er völlig recht; anzweifeln ist immer erlaubt. Die Kunst des richtigen Anzweifelns – niemand beherrscht sie perfekt! – Weiterlesen …

Altes und Neues in St. Gallen

13. März 2019

Das seit 2011 jährlich ausgetragene Turnier in der Schweiz hat Tradition. Einiges aber ist diesmal anders. Die beliebte Sprachheilschule steht als Spielort nicht mehr zur Verfügung; hoffen wir, dass der Adlersaal ähnliche Beliebtheit erlangen wird. Regula und Blanca, die das Turnier 2011 ins Leben riefen und seitdem stets hervorragend organisierten, können sich diesmal auf das Spielen konzentrieren.

Die Favoritenrolle geht wieder einmal an Ben Berger, dem aber das St. Galler Turnier auf der Vistenkarte noch fehlt. Das Turnierformat mit Endspiel sorgt aber dafür, dass er sich keinesfalls vor dem letzten Spiel sicher sein kann. Aber er könnte, nachdem Timon zuletzt in Nürnberg einige Punkte eingebüsst hat, vielleicht auch Platz 1 der Rangliste zurückerobern.

Es fehlen die beiden letzten Sieger, Ulla Trappe und Josef Esser – doch alle anderen früheren Gewinner des Turniers sind wieder da.

Vier Spielerinnen geben ihr Turnierdebüt; wir wünschen viel Spaß und Erfolg und dass sie sich so wohl fühlen, dass wir sie auch zukünftig bei Turnieren sehen werden.

Ulla wieder ganz die Alte:
Erster Sieg nach drei Jahren

19. März 2018

Von Hans Trachsel

Für kurze Zeit war sie ganz ferngeblieben, dann tauchte sie sporadisch wieder auf und jetzt siegt sie wieder: Ulla Trappe, die dreifache Deutsche Meisterin. Sie gewann in St. Gallen das lange Zeit ausgeglichen verlaufene Finalspiel mit 447:408 Punkten gegen Stefan Merx.

Letztmals hatte die Augsburgerin 2015 bei der Deutschen Meisterschaft (DM) gewonnen. Am achten glänzend besetzten Schweizer Turnier bezwingt sie nun in einem höchst spannenden Finale, bei dem von beiden Seiten kaum Fehler auszumachen waren, den amtierenden Deutschen Meister. Das verspricht erhöhte Spannung für die diesjährige DM im Mai.

Ulla leistete sich nur zwei Niederlagen: Zur Halbzeit in Runde 6 gegen Ben Berger (457:450) und in der vorletzten Runde gegen den späteren Finalgegner ebenfalls knapp mit 389:370. Den Führenden in der Elo-Liste, Timon Boerner, wies sie früh in die Schranken und gleich danach Blanca Gröbli-Canonica mit einem Kantersieg. Gegen Vorjahressieger Josef Esser gewann sie knapp und vorentscheidend in Runde zehn. Die Niederlage im nächsten Spiel gegen ihren späteren Finalgegner konnte ihr nichts mehr anhaben. Weiterlesen …

St. Gallen: Spitzenduo beim Abschied von der Sprachheilschule

13. März 2018

Zum letzten Mal sind am Wochenende die Scrabbler zu Gast in der St. Galler Sprachheilschule, die sich seit 2011 jährlich als großartige Austragungsstätte präsentiert hat. Und so passt es wunderbar, dass mit Timon Boerner und Ben Berger die Spitzenspieler der Elo-Rangliste am Start sind. Eine zweistellige Anzahl der 45 Teilnehmer kommt aus der Schweiz und genießt „Heimvorteil“ – mit Andrew Salomon ist aber auch Amerika erstmals in der Schweiz dabei.

Zum ersten Mal gilt die neue Wörterliste – die RD27-Neuzugänge stehen also besonders im Mittelpunkt.

St. Gallen wird nicht aus dem Turnierkalender fallen; es wird ab 2019 nur eine neue Austragungsstätte geben – Infos hierzu wird es schon in Kürze geben.

Aktuell: Wir gratulieren Ulla Trappe sehr herzlich zum Turniersieg!

Neuer Spielort des St. Galler Turniers wird ab 2019 der Adlersaal des Resturants Adler im Stadtteil St. Georgen. Termin: 15.-17. März 2019.