Kategorie Archive: Turniere

4. Rosenheim-Cup:
Der Favorit gewinnt nach Punkten

8. Juli 2019

von Hans Trachsel

Das 4. Turnier in Rosenheim war heiss umkämpft. Der Sieger des Vorjahrs trat auch diesmal als Favorit an. Er wurde dieser Rolle gerecht, hartnäckig verfolgt von Regula Schilling und Thomas Spira. Am Schluss hatte er mit 1377 die eindeutig beste Punktdifferenz; als einziger übertraf er die Tausenderschwelle. Regula und Thomas kamen aber ebenfalls auf 11 Siege aus 14 Partien.

Auch wenn er gelegentlich verliert: Ben bleibt eine Ausnahmeerscheinung unter den Scrabblern. Mit 27 gewonnenen elomässig erfassten Turniersiegen ist er hier einsame Spitze. Doch Achtung: Der 8 Jahre jüngere Timon Boerner könnte ihm da noch gefährlich werden, wenn er als Führender in der Elo-Liste weiter so grandios aufspielt wie bisher.

Doch in Rosenheim war nur Ben dabei. Er strauchelte erstmal in Runde vier gegen Jutta Wittmann, die trotz Niederlage im letzten Spiel ein exzellentes Turnier spielte. Auch die Schweizerin Regula behielt gegen Ben das bessere Ende für sich und das deutlich (520:373). Damit übernahm sie für 3 Runden die Spitze. Ben verlor in Runde elf noch überraschend gegen Lea Gettys, doch danach blieb er unwiderstehlich. Sein hoher Sieg über die Gewinnerin des Hamburger Turniers, Inessa Hellwig-Fabian, brachte ihn in Sachen Differenz entscheidend in Front. Regula wurde hier zurückgeworfen von Friedrich Engelke, doch sie gewann wie Ben elf Spiele.

Dies schaffte einzig noch Thomas Spira, der nur gegen Ben, Blanca Gröbli-Canonica und den souveränen Ausrichter des Turniers, Wolfram Inngauer, verlor. Stefan Merx liegt mit zehn Siegen knapp hinter den Podestplätzen vor der überraschenden Angelika Meneghetti, die nach vielen Jahren mit einem Spitzenplatz verdienten Lohn für ihren Durchhaltewillen einheimste. Friedrich Engelke blieb trotz zweier Kanterniederlagen in den beiden letzten Partien klar in den Top Ten, vor der unverwüstlichen Blanca aus der Schweiz. Gaby Seifert darf als Achte als Überraschung bezeichnet werden, Ulrike Brodkorb dagegen gehört zu den langjährigen Spitzenspielerinnen. Und noch eine Überraschung: Beate de Nijs wird Zehnte, trotz hauchdünner Niederlage im letzten Spiel gegen Regula. Beste Österreicherin wird überraschend Roberta Levai; sie darf im letzten Spiel gegen Ben antreten. Zuvor hat sie einige saftige Überraschungen zustande gebracht.

Die höchste Punktezahl in einem Spiel mit 652 schafft Nadja Dobesch. Ganz zufrieden ist die Siegerin des Rosenheim-Cups von 2017 aber mit dem Endresultat nicht. Das einzige Tausenderspiel legen Sabine Becker und Lea Gettys hin: 507:495. Lea muss mit diesem wahrhaft schönen Total auch die Niederlage mit der höchsten Punktzahl einstecken.

Trotz Favoritensieg: Es war ein Turnier, das von A bis Z spannend blieb und jederzeit eine andere Wendung hätte nehmen können. Die einzigartige, irgendwie familiäre Atmosphäre blieb gewahrt wie bei den bisherigen Austragungen. Dazu trug auch das Hotel Alt Fürstätt bei, das dem Ansturm der Scrabbler jederzeit gewachsen blieb. Alle liessen sich aber auch am Spielort im Sportlerheim die liebevoll präparierten Häppchen munden und gerieten ins Schwärmen. Wolframs Ankündigung, nächstes Jahr erneut für hohe Wortkunst bereit zu sein, wurde begeistert aufgenommen. Schade nur, dass ein Teilnehmer am Samstagabend das Handtuch warf, offenbar aus Enttäuschung über seine Ergebnisse. Doch auch diese Wendung meisterte das OK gleichsam in Sekundenschnelle. Chapeau, wir freuen uns auf 2020.

Rosenheim 2019 – Newsticker

5. Juli 2019

Sonntag, 07.07.19

13:10 Uhr

Rosenheim 2019: Ben Berger verteidigt seinen Titel – Regula Schilling wird Zweite vor Thomas Spira. Das sehr harmonisch verlaufene Turnier war spannend und entspannt zugleich.

Die Erstplatzierten beim Rosenheim-Cup 2019 (v.r.): Thomas Spira (3), Ben Berger (1.), Regula Schilling (2.), Veranstalter-Vertreter Wolfram Inngauer

 

 

11:40 Uhr

Nach der Vorschlussrunde steht Ben an der Spitze, der in einer eindrucksvollen Partie (12 Spielzüge!) Wolfram mit 539:392 bezwang. Regula folgt auf Rang 2 nach ihrem 486:405 gegen Jutta. Auch Thomas wahrte seine Chancen mit einem 430:336 gegen Lea. Friedrich Engelke dagegen verlor gegen Stefan Merx mit 234:541 und scheidet aus dem Kreis der Spieler mit Siegchancen aus.

10:25 Uhr

Thomas strauchelte 360:393 gegen Wolfram, damit haben wir 2 Runden vor Schluss ein Quartett an der Spitze: Neben Tom noch Ben, Regula und Friedrich.

Das Rennen geht weiter …

9:00 Uhr

Durch einen Rücktritt hat sich die Teilnehmerzahl auf 38 begradigt, kein Freilos mehr.

Das Rennen um den Titel: In Runde 12 muss Thomas seinen Vorsprung gegen Wolfram Inngauer verteidigen. Auch die vier Verfolger spielen nicht untereinander.

Die heftigen Gewitter über Rosenheim haben zu einer deutlichen Abkühlung geführt.

Samstag, 06.07.19

19:15 Uhr

Dieses Jahr wird es wirklich spannend: Lea Gettys schlug Ben mit 420:380, Regula verlor 339:499 gegen Friedrich. Damit konnte sich Tom mit seinem 433:399 gegen Ulrike Brodkorb mit 9:2 allein an die Spitze setzen.

in der Wertung der Überraschungssiege kommt Bewegung: Beate de Nijs hat sich dort in Runde 11 ebenso prominent eingetragen wie Jochen Hoffmann.

Das abkühlende Gewitter lässt auf sich warten …

Morgen 9.15 Uhr beginnen die letzten drei Runden.

18:05 Uhr

nach zwei deutlichen Siegen liefern sich Regula und Ben ein Kopf-an-Kopf-Rennen: beide 8:2 Punkte, Regula hat eine Differenz von +848, Ben von +847! Thomas Spira hat auch 8:2, aber seine Punktdifferenz ist mit +259 deutlich schlechter.

Einen Punkt dahinter lauern Nadja, Stefan, Friedrich und Blanca. Also für Spannung ist gesorgt.

Ulrike Biederer belegt alle Medaillen-Plätze in der Wertung der Überraschungssiege.

Die Teilnehmer des 4. Rosenheim-Cups

 

16:50 Uhr

Die Teilnehmer lieben es spannend: Blanca schlägt Thomas knapp mit 373:371, Stefan Merx rückt durch seinen 391:351-Sieg gegen Regula auf – und plötzlich liegt nach 9 Runden  ein Quintett mit 7:2 an der Spitze!

Ein weiteres neues Gesicht neben Susi rückt ins 6:3-Verfolgerfeld auf: Sabine Becker schlägt Jutta Wittmann mit 555:315 und liegt auf Rang 7.

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Rosenheim: Wer holt den Cup?

3. Juli 2019

Seit vor drei Jahren der Rosenheim-Cup erstmals ausgetragen wurde, hat die oberbayerische Stadt sich schnell zu einem wichtigen Ort der deutschsprachigen Scrabbleszene entwickelt; nicht nur das Hauptturnier glänzte Jahr für Jahr durch hervorragende Organisation und Rundumversorgung, auch diverse Ein-Tages-Turniere fanden hier statt.
Nun kommen wieder 40 Spielerinnen und Spieler aus der Schweiz, Österreich und Deutschland, um ihre Hände nach dem „Cup“ auszustrecken. Muss Titelverteidiger Ben Berger seinen Titel abgeben? Oder kann er vielleicht sogar näher an den Elo-Spitzenreiter heranrücken, bei einer tollen Serie sogar am Thron von Timon Boerner wackeln, der nicht in Rosenheim ist.
Wir dürfen gespannt sein. Für die zwei Wochen später stattfindende Liga der Champions sind die Plätze bereits vergeben; aber in Rosenheim besteht die Möglichkeit, sich frühzeitig für 2021 zu qualifizieren.
Nach den 14 Runden des Turniers wissen wir am Sonntagmittag mehr.

Der Cup bleibt im Saarland …

23. Juni 2019

Finalergebnis: Alex – Timon 472:364
Wir gratulieren herzlich!

Inzwischen können wir uns das unglaublich spannende Endspiel auch Zug für Zug anschauen. Die Blankos blieben lange verborgen; bis kurz vor Schluss waren beide Spieler nahezu durchgehend annähernd gleichauf.
Die Durchklick-Variante enthält jetzt auch die Quackle-Analyse!

Vor dem Finale:
Das „Traumfinale“ ist perfekt: Saarland gegen Luxemburg – Alexander Dings gegen Timon Boerner. Beide blieben schon zu Beginn des Turniers am längsten ungeschlagen, bis es zum direkten Duell kam, das Timon für sich entscheiden konnte. Für Alex sah es dann zwischenzeitlich nicht nach Finaleinzug aus, doch nun hat er die erneute Chance gegen Timon.

Die Lage nach Tag 1 (6 von 8 Runden):
Am Ende des Tages hat es den Deutschen Meister Timon doch noch erwischt: Gegen Khan Nguyen musste er – knapp – seine erste Niederlage einstecken.
Sieggleich ganz vorne mischt nun Dorothee Weisweiler mit, die wohl nicht alle auf der Rechnung hatten. Sie schloss den Tag mit einem 1000er-Spiel ab; dass ihre Gegnerin in dieser Partie, Claudia Aumüller, nun mit einer Bilanz von 4:2 nur auf Rang 3 steht, ist angesichts des sensationellen Schnitts von 517 Punkten fast unglaublich. Nicht auszuschließen, wenn sie mit dem besten Punkteschnitt „ever“ das Finale verpasst.
Große Pechvögelin des Tages war allerdings Lena Dillmann, die nach zwei 5-Punkt-Niederlagen zum Auftakt den Tag auch noch mit einer 1-Punkt-Niederlage abschließen muss.
Bester Neuling bislang: Claus Lohr mit 3:3.

Saarland-Premiere

21. Juni 2019

Die Vorfreude im Saarland und speziell beim „Team ScrabbleSaar“ ist spürbar riesengroß, denn am Samstag und Sonntag wird im kleinen Bundesland erstmal ein Scrabbleturnier ausgetragen. Das Format unterscheidet sich etwas von den meisten Wochenendturnieren; es geht erst am späteren Samstagvormittag los – bis Sonntagmittag sind dann acht Runden gespielt; dann wird im Finale der Titelträger bestimmt. Aktuell waren nur noch bei der DM sowie in der Schweiz Finalspiele im Programm.

Bei 18 Teilnehmern ist das Feld überschaubar, aber stark besetzt; es werden die ersten Qualifikanten für die Liga der Champions 2021 ermittelt! Man darf gespannt sein, wer sich für das Finale qualifiziert. Topfavorit ist natürlich der frischgebackene Deutsche Meister Timon Boerner. Auch Lokalmatador Alexander Dings will ein Wörtchen mitreden; eine etwas weitere Anreise haben andere Favoriten wie Nadja Dobesch, Günter Krämer und Claudia Aumüller.

Sehr erfreulich ist auch, dass vier Neulinge am Start sind; wie man hört, keineswegs Kanonenfutter – wir sind gespannt auf das Abschneiden.
Eine Live-Übertragung des Endspiels wird es wohl leider nicht geben; wir hoffen, das Spiel im Laufe des Sonntags als „Durchklickspiel“ zur Verfügung stellen zu können.

Zunächst aber wünschen wir dem Ausrichterteam und allen Teilnehmern ein wunderbares Turnier!

Saarland-Presse

16. Juni 2019

Im Vorfeld des bald anstehenden Saarland-Cups ist in der Saarbrücker Zeitung ein ausführlicher und stimmungsvoller Bericht erschienen:

Die Saarländer freuen sich übrigens noch über Anmeldungen „in allerletzter Minute“ – Informationen zur Anmeldung sind der Ausschreibung zu entnehmen.

Aktualisierungen

8. Juni 2019

Nach der Elo-Rangliste sind nun auch
die Spielerhistorie und die Hall of Fame (Rekorde) aktualisiert.

Auch der Titel schützt nicht vor Elo-Punktverlust; dennoch ist Timons Vorsprung angewachsen.
Bei den Rekorden sticht Timons neuer Rekord von 8 aufeinanderfolgenden 500er-Spielen hervor; bislang waren hier 5 Paarungen Rekord.

Presseberichte:

Auch abseits der Deutschen Meisterschaft gibt es neuen Lesestoff:
Für wort-suchen.de stand der in Stuttgart fehlende Alexander Dings Rede und Antwort:

Champions-Quali abgeschlossen

4. Juni 2019

Mit der DM 2019 endete der zweijährige Qualifikationszeitraum für die diesjährige Liga der Champions. Da Timon und Liesbeth ohnehin qualifiziert waren, änderte sich in Stuttgart nichts mehr am Teilnehmerfeld.
Sehr erfreulich: 29 verschiedene Spieler/-innen konnten sich in den vergangenen zwei Jahren einen 1. oder 2. Platz auf einem entsprechend großen Turnier sichern; dies spricht für eine sehr lebhafte und interessante Turnierlandschaft. Mindestens ebenso erfreulich ist, dass 26 dieser „Champions“ für Limburg ihr Kommen angekündigt haben. Bei nur 24 Startplätzen hat dies den Nebeneffekt, dass zwei nicht im Hauptturnier mitmischen können – und auch alle, die hofften, sich über ihre Elo-Platzierung qualifizieren zu können, leer ausgehen.
Doch niemand muss auf die Scrabbelei in Limburg verzichten, denn erstmals findet zeit- und ortsgleich ein Open-Turnier statt. Hierfür sind noch einige Plätze frei; ein qualitativ und quantitativ starkes Feld ist aber auch hier schon gesichert.

Ein neuer Deutscher Meister:
Ein Tsunami fegte durchs Finale

3. Juni 2019

von Hans Trachsel

Mit 26 Jahren hat Timon Boerner bereits die beiden prestigeträchtigsten Scrabbleturniere gewonnen: 2017 die Liga der Champions, wo nur die 24 Besten überhaupt mitmachen dürfen, und jetzt erstmals die Deutsche Meisterschaft. Der Weg ins Finale gegen die Wiener Gymnasiallehrerin Liesbeth Schön erwies sich für den angehenden Doktor der Rechte allerdings als dornenvoll.

Die 10. Deutsche Meisterschaft war eine mit Neuerungen gespickte dynamische Veranstaltung. Sowohl die Equipe vor Ort als auch der Vorstand von Scrabble Deutschland e. V. gaben ihr Bestes. Die beiden abendlichen Anlässe wurden sehr gut aufgenommen, sowohl das Speed-Turnier als auch das Pub-Quiz. Über beide Anlässe wurde bereits berichtet. Man kann eigentlich nur wünschen: Weiter so!

Im Mittelpunkt stand dann doch die 10. Meisterschaft. Dank vielen Umstürzen an der Tabellenspitze blieb es bis zuletzt unerhört spannend. Nach 10 Spielen, also bei Halbzeit, führten die nachmaligen Finalisten Timon und Liesbeth mit 9:1 Siegen. Auf Platz 3 folgte Ben mit „nur“ 7:3 doch schon etwas distanziert. In Runde 12 strauchelte Timon gegen den erstaunlich aufspielenden Eckhard Brekenkamp mit 510:502, das war und blieb die Niederlage mit der höchsten Punktzahl. In Runde 14 erwischte es Timon erneut, diesmal gegen die Deutsche Meisterin von 2013, Uschi Müller. Ben dagegen hatte Überraschungsmann Eckhard sicher im Griff.

Uschi setzte danach ihren Sturmlauf zur Spitze fort: Sieg über Liesbeth Schön. Doch auch Timon und Ben gewannen. Im nächsten Spiel erwischte es Ben: Niederlage gegen Nadja Dobesch. Im Spiel 17 verloren Timon (gegen Friedrich Engelke um einen Punkt!) und Ben gegen Ute Kneist, doch noch behaupteten sie die Spitze. Der nachmalige Meister Timon patzte erneut in Runde 18: Knappe Niederlage gegen Raimund Dillmann, wobei ein Phoney eine entscheidende Rolle spielte: Timon akzeptierte AVENUES, doch richtig heisst es AVENUEN. Mitleid wäre fehl am Platz: Bei Timon gehören die „falschen Freunde“ durchaus zum ausgetüftelten Konzept.

Hochspannung auch nach Runde 19: Die Augsburgerin Agnes Ehrlich verpasste Timon die dritte Niederlage in Serie, womit seine Finalteilnahme ins Wanken geriet. Auch Ben wurde von Uschi Müller regelrecht abgewatscht mit 475:267. Uschi lag eine Runde vor Schluss zusammen mit Liesbeth an der Spitze.

Da in den letzten Runde Hitchcock Regie geführt hatte, paarte die Turnierleitung in der laut Ausschreibung vorgeschriebenen Weise die Leute mit Siegchancen händisch, so dass es zum Teil zu Wiederholungspartien kam. Die Finalteilnahme sollte so direkt erkämpft werden. Das bedeutete, dass sicher nicht wie letztes Jahr Ben und Timon das Finale bestreiten würden, denn sie trafen aufeinander, und Timon gewann klar mit 481:397. Ulla Trappe, bereits dreifache Deutsche Meisterin, fing Uschi Müller ab, die damit keine zweite Chance auf den Meistertitel erhielt. Liesbeth Schön nahm ihre Chance aufs Finale wahr: Sieg mit 424:343 über die an diesem Turnier sehr starke Ute Kneist.

Und nun zum Finale, in welchem Timon gleich tüchtig loslegen und einen Vorsprung herausholen konnte. Doch atemlose Spannung bemächtigte sich des fachkundigen Publikums, als die Buchstabenfee einen TSUNAMI auf das Bänkchen von Liesbeth zauberte, der 93 Punkte gebracht hätte. Sie überlegte lange, fand ihn aber nicht, und mit MI blieb nur ein laues Lüftchen übrig. Ben als Kommentator zeigte Verständnis; das vertrackte Wort mit TS am Anfang erschliesst sich in so einem Moment nicht leicht. Timon dagegen konnte mit SYNERGIE den Vorsprung ausbauen und lag nach der ersten Finalpartie mit 293 Punkten praktisch uneinholbar vorn.

Ben erwartete nun eine eher defensive Taktik von seinem Erzrivalen, doch der spielte erstaunlich angriffig und kam erneut zu Bingos. Den TRAURING mochte er zwar nicht legen (stattdessen TAURIERN), denn er benötigt ihn in den nächsten Tagen selbst. Zur Hochzeit wünschen wir dem frischgebackenen Deutschen Meister alles Gute und sind froh, dass er in diesem Turnier nicht als „Ausserirdischer“ erdrückend überlegen war, sondern auch das Glück des Tüchtigen in Anspruch nehmen musste. Ausser den Führenden haben ganz viele der rund 60 Mitspielenden tolle Wortakrobatik gezeigt. Die Turnierlandschaft präsentiert sich dynamisch wie kaum je und die Medien zeigen immer mehr Interesse. Ein Dank an das Heer hilfreicher Geister, die diese Entwicklung erst möglich machen.

DM 2019: Erstklassige Partien in Stuttgart …

28. Mai 2019

… wird es im Fußball vorläufig nicht mehr geben; bei der 10. Deutschen Meisterschaft im Scrabble, die von Donnerstag bis Sonntag ausgetragen wird, sind sie garantiert. Wie die vier Austragungsorte zuvor, darf sich auch das Werkhaus Feuerbach über eine zweite Ausrichtung der Meisterschaft freuen.

Und das Teilnehmerfeld kann sich wahrlich sehen lassen: Mit dabei sind die Rekordmeister Ulla Trappe (2010, 2012, 2015) und Ben Berger (2014, 2016, 2018) sowie die weiteren bisherigen Titelträger Uschi Müller (2013) und Stefan Merx (2017) – aus der Siegergalerie fehlt somit lediglich Maria Feige (2011). Zum engeren Favoritenkreis zählen natürlich auch der Ranglistenführende Timon Boerner, der im Vorjahr bereits im Finale stand, sowie Dreifach-Finalist Theo Kardel. Da auch der „ewige“ Präsident Sebastian Herzog teilnimmt, ist die Top 6 der Elo-Rangliste komplett dabei.
Und damit sind noch lange nicht alle starken Kandidaten aufgeführt – und erst kürzlich haben wir ja gesehen, dass es manchmal auch ganz anders läuft.

Mit dabei sind auch fünf Mutige, die sich für ihr Turnierdebüt gleich die DM ausgewählt haben. Unter ihnen ist wieder einer, der üblicherweise in einer anderen Sprache scrabbelt: Nach Spielern aus der englisch-, norwegisch- und französischsprachigen Scrabbleszene wagt nun Tomasz Lempart den Sprung vom Polnischen ins Deutsche. Ob er sich ähnlich gut einlebt wie Etienne Budry, der französischsprachige Spitzenspieler, der nun schon mehrere Turniere bei uns bestritten hat und auch wieder am Start ist?

Kann der Titel erstmals erfolgreich verteidigt werden oder lebt der Bergersche Familienfluch (keine Meisterschaft in Jahren mit ungerader Zahl) weiter? Wir dürfen gespannt sein.

Eine Neuerung bei der DM ist das Rahmenprogramm, das aus einem Speed-Turnier am Donnerstagabend sowie einem Pub-Quiz-Abend am Samstag besteht.

Wir berichten an dieser Stelle wie gewohnt – einschließlich der Liveübertragung der beiden Finalspiele am Sonntag.