Kategorie Archive: DM

DM in Stuttgart: Spannend, bewegt und mit logischem Sieger

15. Mai 2018

von Hans Tachsel

Dank der ausgezeichneten aktuellen Berichterstattung von Wolfram Inngauer und dem trotz kleiner Irrtümer höchst lesenswerten Bericht in den Stuttgarter Nachrichten kann es hier nur noch darum gehen, ein paar Anmerkungen zu dieser „Deutschen Meisterschaft des Aufbruchs“ zu machen. Der Sieger ist zwar der grosse Favorit, die Finalpaarung zwischen der Nummer 1 und 2 der Elo-Liste ist ebenfalls nur logisch, dennoch gab es viele erfreuliche Novitäten.

Zuallererst überraschte die grosse Zahl an jungen Mitspielenden. Das ist bemerkenswerterweise ebenfalls zu einem guten Teil ein Verdienst der beiden Finalisten. Ben nahm vor ein paar Jahren den verheissungsvollen Timon unter seine Fittiche. Der erfüllte und übertraf die Erwartungen, wurde gar Champion und die Nummer eins und somit eine „Gefahr“ für Ben. Doch Fairness und Sportsgeist  leiden darunter nicht, im Gegenteil. Und somit dürfen wir feststellen: Rund ein Dutzend junge Leute haben in Stuttgart mitgespielt, bravourös gekämpft, das Bild auch optisch aufgehellt und sich sympathisch und ohne Allüren eingefügt. Um die Zukunft des Turnierscrabbelns muss uns nicht bange sein, die Jungen fordern schon jetzt alle und werden es noch mehr tun.

Die Art wie das Finale inszeniert wurde, hat mir sehr gefallen und fand zurecht viel Anerkennung. Im Moment scheint es utopisch, doch so könnte sich die Scrabbleszene auch einem grossen Publikum präsentieren. Im Schach klappt das ja auch. Die Kommentare waren erhellend und gaben Einblicke in die von raffinierter Taktik geprägte Gedankenwelt von Spitzenspieler(inne)n.

Ein Vorschlag

Eigentlich ist es verrückt: Es gibt nun nach 9 DM’s bereits zwei Leute, die diesen Anlass dreimal gewonnen haben: Ulla und Ben. Erstaunlich, weil doch das Buchstabenglück eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Aber mit überdurchschnittlichem Können bahnt man sich eben doch immer wieder den Weg nach oben.

Wäre es angesichts solcher Überlegenheit nicht diskussionswürdig, zwei Kategorien zu schaffen? Nicht um das grosse Mittelfeld an ausgezeichneten Spielern herabzusetzen, im Gegenteil. Es böte einen Ansporn, alles zu versuchen, um in die oberste Liga aufzusteigen. Die Champions League ist da zwar bereits ein gelungener Anfang. Doch Turniere, bei denen man um den Aufstieg in die oberste Klasse kämpfen könnte, wären sicher eine spannende Sache und ein zusätzlicher Motivator.

Dabei möchte ich realistisch bleiben und allen, die schon jetzt in der Organisation unter Opferung von viel Zeit und Kraft mitwirken, mehr als ein Kränzchen winden. Dank ihnen profitieren alle von einem Regelwerk, das nicht von abgehobenen Funktionären manipuliert wird, sondern von aktiven Mitstreitern, die den Turnieralltag bestens kennen. Eine Neuordnung im skizzierten Sinn würde natürlich viel zusätzliche Arbeit bescheren.

Wer mehr wissen will über die eben gespielte DM findet im Netz alles, was das Scrabbleherz begehrt. Und ganz viele erstaunliche Ergebnisse. Auch diese ausgezeichnete Dokumentation ist ein Verdienst ehrenamtlichen Helferwillens. Unser Spiel lebt und gedeiht – dank allen, die sich trauen, es auch wettkampfmässig zu betreiben.

 

DM 2018: Nachbearbeitung

14. Mai 2018

Wer die Finalspiele nicht mitverfolgt hat oder sie gerne noch einmal Schritt für Schritt erleben möchte, hat in der Durchklick-Variante nun auch diese Möglichkeit, bei der die Quackle-Analyse gleich mit angezeigt wird (sofern der Mauszeiger an der entsprechenden Stelle ist).

Auch die Presse berichtet:

Ben Berger holte sich nicht nur den Meistertitel zurück, sondern auch die Spitze der Elo-Rangliste.
Auch die „Hall of Fame – Rekorde“ hat einige neue Einträge: Gleich viermal wurde die 600er-Marke übertroffen, dreimal wurde die Punktesumme 1000 übertoffen. Der Punkteschnitt war trotz einiger Neulinge und Spielern mit noch wenig Turniererfahrung noch etwas höher als bei der letzten DM, außer den Liga-der-Champions-Turnier kann nur der Wolpertinger Cup 2017 einen höheren Punkteschnitt bieten.

Hinweis: Noch sind nicht alle Aktualisierungen erfolgt – insbesondere die Spieler-Historie muss noch gefüllt werden.

Deutsche Meisterschaft – aktuelle Meldungen

13. Mai 2018

Abschlusstabelle 

Sonntag, 13. Mai – Finaltag

13:45 h

Siegerehrung: Präsident Sebastian Herzog bedankt sich zuerst bei den drei Organisatorinnen vor Ort für die mustergültige Ausrichtung der Meisterschaft.

Dank an die Stuttgarter Organisatorinnen: (v.l.) Präsident Sebastian Herzog, Betti Disselkamp, Susanne Rabente, Sabine Becker

Dann erhalten die 10 erstplatzierten Spielerinnen und Spieler Urkunden, die ersten drei ihren zusätzlichen Preis.

So sehen Sieger aus: (v.l.) Timon Boerner, Ben Berger, Uschi Müller.

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9. Deutsche Meisterschaft

7. Mai 2018

In wenigen Tagen ist es wieder so weit: Zahlreiche deutschsprachige Scrabbler kommen zusammen, um auszuspielen, wer sich für ein Jahr Deutsche Meisterin oder Deutscher Meister nennen darf. Traditionell geht es in einem Jahr mit gerader Jahreszahl an einen neuen Spielort, das Werkhaus Feuerbach in Stuttgart wird Nachfolger der bisherigen Austragungsstätten in Bad Kissingen, Nienburg, Detmold und Düsseldorf.

Unter den aktuell gemeldeten 66 Teilnehmern befinden sich fast alle bisherigen Titelträger: Rekordmeisterin Ulla Trappe (2010, 2012, 2015), der zuletzt in geraden Jahren dominierende Ben Berger (2014, 2016), Uschi Müller (2013) sowie Stefan Merx (2017); lediglich Maria Feige, Meisterin 2011, muss diesmal passen.
Hinzu kommen der Elo-Ranglisten-Führende Timon Boerner, der „ewige DM-Finalist“ Theo Kardel (2012, 2015, 2017), Präsident und Externsteine-Sieger Sebastian Herzog – allesamt zur „Top 5“ der Rangliste gehörend.

Und damit sind noch lange nicht alle Titelkandidatinnen und -kandidaten genannt, auch Österreich und die Schweiz schicken natürlich wieder die besten Kräfte.
Besonderes Augenmerk ziehen auch vier Turnierdebütanten auf sich. Können sie auf Anhieb in vordere Regionen vordringen?
Eine Premiere ist das Turnier auch für die Vor-Ort-Organisatorinnen Susanne Rabente, Betti Disselkamp und Sabine Becker. Ihnen und allen Starterinnen und Startern wünschen wir ein rundum gelungenes Turnier, wenn auch naturgemäß nicht jeder mit positiver Bilanz abschneiden kann.

Die Finalspiele am Sonntag werden an dieser Stelle natürlich wieder in der gewohnten Form übertragen.

DM 2018 in Stuttgart

18. Oktober 2017

Die nächste Scrabble-DM wird am Himmelfahrtswochenende in Stuttgart stattfinden, sodass die südlich wohnenden Spieler und Spielerinnen auch mal in den Genuss einer kurzen Anreise kommen. Auch für alle anderen ist der Spielort in der Schwabenmetropole sicher nicht schwer zu erreichen und eine Reise wert.

Herzlichen Dank an die Organisatorinnen vor Ort. Susanne Rabente hatte die Idee zur Location und wurde tatkräftig von Sabine Becker und Betti Disselkamp unterstützt.

Wir freuen uns auf ein großes Turnier im Süden.

Ausschreibung

Deutsche Meisterschaft in Düsseldorf

7. Juni 2017

Hochspannung – Stefan trotzt Theos Sturmlauf

Von Hans Trachsel

Als hätte Hitchcock Regie geführt: Das Finale an der Deutschen Scrabblemeisterschaft (DM) in Düsseldorf war an Spannung nicht zu überbieten. Zuletzt gaben 12 Punkte den Ausschlag zugunsten von Stefan Merx; mit seinem Sturmlauf im Finalrückspiel hätte Theo Kardel die Wende beinahe noch geschafft.

  Gespannte Erwartung im Spielsaal

Die beiden Finalisten boten Scrabble vom Feinsten. Da war alles drin: Raritäten aus der Wörterkiste, taktische Raffinesse, Sorgfalt trotz grosser Nervenanspannung. Stefan ist ein verdienter Deutscher Meister; dasselbe hätte für Theo nach dieser fantastischen Aufholjagd gegolten.

Doch es wäre fast tragisch gewesen, wenn Theo seinem Gegenspieler den Titel entrissen hätte: Stefan hat zwar dieses Jahr seinen ersten Turniersieg eingefahren, doch ihm haftete hartnäckig das Image des ewigen Spitzenspielers an, der es einfach nie schafft. Nun ist es damit zum Glück vorbei; wertvoll ist auch, dass er sich über Ben Berger fürs Finale qualifizieren musste.

Theo stand zum dritten Mal im Finale einer DM: Da ist es gewiss nicht schön, erneut zu verlieren. Doch der 61-jährige Topspieler hat bereits fünf Turniersiege, darunter der Gewinn der prestigeträchtigen und für Scrabbleverhältnisse einträglichen Champions Liga. Theo nahm es gelassen, da blieb kein bitterer Nachgeschmack.

Der frischgebackene Deutsche Meister ist 44 Jahre alt und Versicherungsmathematiker. Seine analytischen Fähigkeiten sind bekannt, und er hatte reichlich Gelegenheit, sie im Rückspiel unter Beweis zu stellen. Ein Fehlerchen hätte genügt, und die Partie wäre gekippt. Der schlagfertige und fast immer gut gelaunte Stefan jagt nicht nur Turniersiege, er dient der Scrabbleszene auch im Ausschuss für die Wortliste und hatte die Elo-Wertung mit ihren vielen Ausschlägen im Nu à jour.

Die beiden Finalpartien verliefen sehr unterschiedlich. Im Hinspiel kam Theo schneller in Fahrt mit dem Bingo SENILERE. Doch nach mühsamem Start schlug Stefan mehrfach zu mit STUDIEN, ERMUNTRE und EINSÄTEN, welches 104 Punkte brachte. Hübsch garniert wurden die Bingos mit Besonderheiten wie JUHU, TWEET, TRENZ (eifriges Blättern im Publikum, es kommt von trenzen und bedeutet Nachahmen des Röhrens vom Hirsch oder sabbern). Stefan holte ein Polster von 102 Punkten heraus.

Der Krimi

Für das Rückspiel ist kein Superlativ zu stark. Mit den Bingos ZERRUNG, ERBETNER (ERERBTEN wäre wegen Verdoppelung des B noch besser gewesen) und dem ASIATEN kam Theo gross auf. Der Vorsprung von Stefan löste sich in Luft auf, alles war plötzlich möglich. Der billigste Zug des Spiels erwies sich als Glücksgriff: Theo legte ein EI für zwei Punkte, Stefan konnte es für sein eher lästiges J nutzen, doch Theo brachte dann den beinahe matchentscheidenden ASIATEN ins Spiel. Im eigentlichen Endspiel glänzten beide; Stefan behielt die Nerven und rettete einen kleinen Vorsprung über die Runden.

Gute Stimmung während des ganzen Turniers

Die Favoriten Ben Berger und Timon Boerner spielten stark, doch nicht so unbezwinglich, dass es fürs Finale gereicht hätte. Ben belegte schliesslich Rang 4, Timon wurde Siebter. Sie sind die Nummern 1 und 2 der Elo-Rangliste und werden an jedem Turnier die Hauptknacknüsse für alle andern sein. Dritte wurde Nadja Dobesch; sie legt eine beeindruckende Konstanz an den Tag. Nicht zufrieden war sie, weil sie wegen des besonderen Modus der Chance beraubt war, im letzten Spiel noch das Finale zu erreichen. Dieser Umstand führte zu intensiven Diskussionen unter den 67 Mitspielenden.

Viel Lob gab es für die Turnierorganisation unter dem souveränen Dietmar Schönhoff. Auch Präsident Sebastian Herzog glänzte nicht nur spielerisch. Das Hotel Hilton erwies sich als idealer Austragungsort. Einziger Wermutstropfen: Gewinner Stefan Merx ist ein hervorragender Tischtennisspieler, doch ihm fehlte die Zeit, um die gleichzeitig in Düsseldorf stattfindende Weltmeisterschaft der Virtuosen dieses Sports zu besuchen. Als Austragungsort der DM 2018 ist Stuttgart vorgesehen.

Nach der DM

6. Juni 2017

Hinweis: Die angezeigten Wahrscheinlichkeiten bei Spiel 1 beziehen sich auf den Sieg in der Einzelpartie. Bei den ersten vier Zügen von Spiel 2 ist dies (aus technischen Gründen) ebenso – danach erscheinen die Prozentzahlen in Bezug auf den Gesamtsieg.

8. Deutsche Meisterschaft steht bevor

30. Mai 2017

Am Freitag startet die 8. Deutsche Meisterschaft – wie im Vorjahr – in Düsseldorf. Wie alle drei vorherigen Austragungsorte (Bad Kissingen, Nienburg, Detmold) bleibt damit auch die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt dem Zwei-Jahres-Rhythmus treu.
Am Pfingstmontag soll dann der neue Titelträger bzw. die neue Titelträgerin gekrönt werden. Die Finalisten des Vorjahres – zugleich Nummer 1 und 2 der Elo-Rangliste – gehören selbstverständlich zum engsten Favoritenkreis: Titelverteidiger Ben Berger holte den Titel auch bereits 2014; Timon Boerner war im Vorjahr bester Spieler der Hauptrunde und zeigte kürzlich bei seinem Turniersieg bei den Hamburger Fairmasters seine Klasse.
Auch Rekordmeisterin Ulla Trappe (2010, 2012, 2015) ist am Start. Auch Maria Feige (2011) ist am Start; kurzfristig absagen musste Uschi Müller (2013), sonst wäre die Riege der bisherigen Titelträger(innen) komplett vertreten gewesen.
Allerdings hat das Jahr 2017 bislang etwas ganz Besonderes: Alle bisherigen Turniere wurden von Spieler(inne)n gewonnen, die zuvor noch keine Siegerfahrung hatten. Wenn diese Serie weiter halten soll, wäre Asalet Althaus besonders zu beachten, die in der Elo-Rangliste bestplatzierte Teilnehmerin ohne Turniersieg auf der Visitenkarte.
Aber unter den (nach aktuellem Stand) 67 Antretenden verbirgt sich noch manch andere(r), der/die für eine Überraschung sorgen könnte.

Aktuell: Der Gewinner der 8. Deutschen Meisterschaft heißt Stefan Merx. In einem an Spannung kaum zu überbietendem Finale (Gesamtdifferenz nach zwei Spielen nur 12 Punkte!) bezwang er Theo Kardel.

Wir gratulieren herzlich!

Kategorie: DM

Fotos und Presse von der DM 2016

15. Mai 2016

Ein kleiner fotografischer Rückblick auf die DM 2016 in Düsseldorf ist hier zu finden.

Vielen Dank dafür an Migu!

Und nun findet man auch im Internet einen Presseartikel zur DM:

Inzwischen wird über den neuen Deutschen Meister an einer weiteren Stelle berichtet:

Auf SWR 4 Baden-Württemberg (zum Webradio) am Montag (6.6.) zwischen 11 und 12 Uhr. Hier schon einmal der zugehörige Online-Artikel:

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