Kategorie Archive: Turniere

SeHers Scrabble-Woche in Fulda

24. März 2019

Es hat sich mittlerweile wohl herumgesprochen: Sowohl der ZEIT-Scrabble-Sommer als auch das ZEIT-Scrabble-Turnier werden eingestellt.

Sebastian Herzog, Scrabble-Kolumnist bei der ZEIT und Organisator des Turniers, möchte die Tradition der einwöchigen Veranstaltung jedoch fortführen – nicht zuletzt wegen der großen Zahl von Interessenten, die seit Jahren Stammgäste bei diesem Event sind. Wegen des Rückzugs der ZEIT lautet der Name nun „SeHers Scrabble-Woche“, Details zu diesem Turnier, das vom 6.10. bis zum 13.10.2019 in Fulda stattfinden wird, findet ihr hier.

Noch ein Hinweis am Rande: Allein aus datenrechtlichen Gründen konnten bislang nur die Teilnehmer der letzten Jahre informiert werden.

Regelkunde aus der Praxis

20. März 2019

Während im Finale von St. Gallen Nadja frühes NITRINS* vom Brett gezweifelt wurde, blieben Bens nicht in der Wörterliste aufgeführten Formen UNGESEHN* und OCKERM* liegen und trugen entscheidend zu seinem Erfolg bei.

Dass beide Züge unangetastet blieben, ist jedoch nicht so verwunderlich, wenn man weiß, dass die scheinbar analog gebildeten Formen GESEHN und LOCKERM zulässig sind.
Wohl niemand im Saal hätte ohne Nachschlagen sicher sagen können, dass es sich um „Phoneys“ handelt und auch noch die passende Begründung liefern können.
Manch einer vermutete nach dem Endspiel Fehler in der Wörterliste, und erst ein genaueres Nachschlagen in den ORZ und den Duden-Werken brachte Licht ins Dunkel. Weiterlesen …

S(CH)RABBLE-Nacharbeiten

20. März 2019

Das Finalspiel kann nun Schritt für Schritt – inklusive der Computeranalyse – nachvollzogen werden; auch zwei wietere Spiele der Finalisten wurden protokolliert und analysiert

Die Elo-Rangliste wurde inzwischen aktualisiert. Ben ist wieder um einige Punkte an Timon herangerutscht.

Ebenso ist die Auflistung des 1000er-Club um den neusten Eintrag Ulrike Brodkorb erweitert worden. Ben betonte in der Ehrung, dass sie nicht nur selbst bereits die tolle Zahl an Spielen erreicht hat, sondern durch ihren Einsatz bei vielen Turnieren für uns alle viele, viele Spiele möglich gemacht hat.

Ben siegt in St. Gallen nach fulminanter Aufholjagd

18. März 2019

Das Siegertrio des diesjährigen Turniers in St. Gallen: (v.l.) Nadja Dobesch, Ben Berger, Stefan Merx

Von Hans Trachsel

Der Riese wankte, aber er fiel nicht. Als Ben Berger am St. Galler S(CH)RABBLE in Runde 3 bereits die zweite Niederlage gegen eine Schweizerin erlitt, schien der Turniersieg für ihn in weiter Ferne. Doch von da weg gab er sich keine Blösse mehr und konnte am Schluss seinen ersten Sieg in St. Gallen feiern.

Ins Stolpern brachte ihn zunächst Regula Schilling mit 456:399. Das war noch nicht aussergewöhnlich, denn eine oder zwei Verlustpartien gegen Mitfavorit(inn)en muss auch ein Champion wie Ben einkalkulieren. Für die Sensation war gleich danach die Bündnerin Nesa Wyss besorgt, die den Ausnahmekönner mit 464:274 abfertigte – ungläubiges Staunen allenthalben. Die beiden liegen in der Elo-Liste 684 Punkte auseinander.

Danach liess Ben jedoch 11 Siege folgen, womit das Finale geschafft war. Nur noch die Münchnerin Nadja Dobesch blieb elfmal erfolgreich, und somit waren wie erwartet zwei bekannte Scrabblegrössen auf dem Podest. Und hier hatte Nadja durchaus Siegchancen. Ungewöhnlich war, dass sie kurz nach Beginn für einen Routine-Bingo mit Blanko zweimal ansetzen musste. Sie probierte es zunächst mit NITRINS, was Ben zu Recht anfocht – es gibt nur NITRID. Im nächsten Zug schaffte sie es mit ERSINNT; RINNEST wär auch gegangen. Ben kontert mit WULSTIGE, die Partie wogt hin und her.

Ben setzt sich etwas ab, allerdings mit dem eigentlich ungültigen UNGESEHN, das Nadja dann prompt zu punktereichem UNGESEHNER verlängerte. Dass Ben anstelle des Phoneys den einwandfreien SHOGUNEN nicht getraut hatte, zeigt, dass selbst er nicht immer ganz sattelfest ist. Kurz vor Schluss legte Nadja ein harmloses MILDEM, wo sie mit dem viel teureren VISUM das V elegant losgeworden wäre. Dann die Situation, die so recht nach dem Geschmack des Fachpublikums, erfreulicherweise ergänzt durch etliche Kiebitze aus Stadt und Umgebung, war: Ben stand da mit einer fürchterlichen Restbank und kaum mehr Anlegemöglichkeiten; Nadja hatte dank einfachen Buchstaben keine solchen Sorgen, ihr Rückstand schien aufholbar. Ben brütet, die Zeit wird knapp und legt dann mit unbewegter Miene OCKERM. Manche im Publikum hatten mit und ohne Hilfen längst erkannt, dass es ungültig ist, es geht nur OCKEREM. Würde Nadja anzweifeln? Sie liess es gelten. Es wär ihre Chance gewesen, doch in einem Finalspiel schleichen sich häufig nervositätsbedingte Unsicherheiten ein. Ben meinte nach dem Coup: „Solche Sachen muss man machen, das gehört zum Spiel“. Da hat er völlig recht; anzweifeln ist immer erlaubt. Die Kunst des richtigen Anzweifelns – niemand beherrscht sie perfekt! – Weiterlesen …

Altes und Neues in St. Gallen

13. März 2019

Das seit 2011 jährlich ausgetragene Turnier in der Schweiz hat Tradition. Einiges aber ist diesmal anders. Die beliebte Sprachheilschule steht als Spielort nicht mehr zur Verfügung; hoffen wir, dass der Adlersaal ähnliche Beliebtheit erlangen wird. Regula und Blanca, die das Turnier 2011 ins Leben riefen und seitdem stets hervorragend organisierten, können sich diesmal auf das Spielen konzentrieren.

Die Favoritenrolle geht wieder einmal an Ben Berger, dem aber das St. Galler Turnier auf der Vistenkarte noch fehlt. Das Turnierformat mit Endspiel sorgt aber dafür, dass er sich keinesfalls vor dem letzten Spiel sicher sein kann. Aber er könnte, nachdem Timon zuletzt in Nürnberg einige Punkte eingebüsst hat, vielleicht auch Platz 1 der Rangliste zurückerobern.

Es fehlen die beiden letzten Sieger, Ulla Trappe und Josef Esser – doch alle anderen früheren Gewinner des Turniers sind wieder da.

Vier Spielerinnen geben ihr Turnierdebüt; wir wünschen viel Spaß und Erfolg und dass sie sich so wohl fühlen, dass wir sie auch zukünftig bei Turnieren sehen werden.

1. Nürnberger Trichter:
Eine Wiedergeburt zur Premiere

27. Februar 2019

Von Hans Trachsel

Dank der ausgezeichneten aktuellen Berichterstattung während des Turniers kann ich mich hier auf Besonderheiten beschränken. Und da hat der bestens gelungene Nürnberger Trichter einiges geboten.

RENAISSANCE – das Stichwort zu Claudias Sieg, wie sie es selbst ausdrückte. Die sieggewohnte Berlinerin hat eine Durststrecke von über zwei Jahren hinter sich; sogar ihre Qualifikation für die Liga der Champions, die im Sommer stattfindet, war in Gefahr. Kein Thema mehr nach diesem Triumph, zum Glück. Nur einer hat bisher mehr Turniere gewonnen als Claudia, nämlich Ben Berger, der in Nürnberg nicht mitspielte, aber in der Organisation mithalf.

Ein Kuriosum ist sicher, dass Claudias Sieg über Timon Boerner als grosse Überraschung einzustufen ist, wegen ihres Rückfalls bei den Elo-Punkten. Als sie gleich in Runde 1 gegen Inessa Hellwig-Fabian verlor, dachten viele, dass ihre Pechsträhne weitergehe. Doch sie verlor in der Folge nur noch gegen Sonja Mahler und Uschi Müller, realisierte also elf Siege, was ausser ihr nur noch Günter Krämer schaffte. Claudia ist nun bestimmt für weitere Grosstaten bereit.

Timon, der Führende in der Elo-Liste, produzierte dagegen einen Fehlstart, der nach dem makellosen Sieg in München völlig unerwartet kam. Er verlor gegen Dietlind Linsel-Böttcher 425:450 und in Runde drei gleich nochmals knapp gegen Günter Krämer. In Runde 8 zeigte ihm Claudia die Meisterin in einem hochklassigen Duell mit 474:441, und gleich darauf tat es ihr Manuel Müller gleich mit überlegenen 428:343. Doch danach legte der gereifte Timon einen grandiosen Schlussspurt hin, der ihm Platz drei und die höchste Punktedifferenz von 1143 einbrachten. Nur noch einer knackte die Tausenderschwelle, Alexander Dings mit 1079. Vor Timon klassierte sich noch Günter Krämer, der nach etlichen vorderen Plätzen nun erstmals bei einem Mehr-Tages-Turnier in die Medaillenränge vorstiess. Gratulation auch zur Quali für Limburg!
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Aktuelles vom Nürnberger Trichter

22. Februar 2019

Sonntag, 24.02.19

Die Meistersieger von Nürnberg (v.l.): Günter Krämer, Claudia Aumüller, Ausrichter Hannes Dworak, Timon Boerner

13.00 Uhr – Siegerehrung

Die Teilnehmer bedankten sich bei Ausrichter Hannes Dworak durch herzlichen Beifall. Die Ankündigung, es werde im nächsten Jahr wieder einen Nürnberger Trichter geben, wurde mit Freude zur Kenntnis genommen.

Zuerst wurde Lokalmatadorin Hildegard Tronsberg als beste Einsteigerin für ihren 34. Platz geehrt – mit einem aktuellen Duden. Dies passt nach ihrer eigenen Aussage sehr gut, da sie daheim noch die 21. Ausgabe hat.

Dann wurden die Sieger geehrt: Claudia Aumüller setzte sich in der letzten Runde noch mit 497:382 gegen Nikolaus Ruzicska durch und stürmte an die Spitze. Dahinter platzierte sich Günter Krämer, der Stefan Merx mit 419:356 schlug. Beide haben sich damit noch für die Liga der Champions 2019 in Limburg qualifiziert. Auf den 3. Platz kam noch Timon Boerner, der mit +1143 auch noch eine atemberaubende Punktedifferenz aufweisen konnte.

11:35 Uhr

Vor der letzten Runde liegen mit Stefan, Claudia und Günter drei Spieler mit 10:3 Siegen an der Spitze. Im Spitzenduell obsiegte die Berlinerin mit 495:403. Günther Krämer sicherte sich die Siegchancen mit einem 434:367 gegen Nikolaus.

7:45 Uhr

Heute die drei letzten Runden. In Runde 12 wird Stefan von Nikolaus herausgefordert, Uschi Müller spielt gegen Günther Krämer.

Am Tabellenende haben alle Spieler inzwischen mindestens 2 Siege eingefahren. Die Überraschungssieger-Wertung führt Ulrike Biederer mit ihren Siegen aus den Runden 7 und 10 an.


Samstag, 23.02.19

23:10 Uhr

Ein Kreis von 12 Interessierten diskutierte die Speedscrabble-Regeln, die künftig durch Schrabble Deutschland e.V. empfohlen werden sollen. Zur Erprobung wurde dann ein Turnier (5 Runden CH) mit 10:00 Minuten Bedenkzeit gespielt. Es gewann Timon Boerner nach Stichkampf (3:00-Minuten-Partie !) gegen Alexander Dings.

Tabelle nebenstehend, Näheres zu den besprochenen Regeln folgt in einem eigenen Artikel.

 

Die o.g. Finalpartie wurde auf Video aufgezeichnet.

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