Author Archives: Stefan Merx

Französischsprachige WM: Duell der Kontinente

14. August 2017

Nigel Richards verpasste die Möglichkeit, erneut für große Schlagzeilen bei der „klassischen“ WM im französischsprachigen Scrabble zu sorgen. Er startete grandios, lag nach vier (von 17) Runden ungeschlagen in Führung; hinzu kam eine tolle 7:1-Bilanz am zweiten Tag. Für den Finaleinzug hätte das locker gereicht, wenn er nicht die letzten fünf Spiele an Tag 1 in Serie verloren hätte. So reichte es mit der Bilanz von 11:6 für Platz 7.

Abgesehen vom in Asien lebenden Neuseeländer „streiten“ Europäer und Afrikaner um die Spitze. Gemeinsam mit Nigel im Verfolgerfeld landeten Titelverteidiger Abib Alabi (Elfenbeinküste; 10:7; Platz 18) und der „Elite“-Champion Benoit Delafontaine (Schweiz; 11:6; Platz 8) – seine Konkurrenz kommt ja noch. Benoit wurde hiermit bester Schweizer bei der WM im eigenen Land.

Im Best-of-3-Finale am morgigen Dienstag gibt es wieder ein Spiel Europa-Afrika: Der Franzose Benjamin Valour (14:3) und der Gabuner Belphégore Mpaga Reteno (13:4) gegenüber.

Im Finale setzte sich Benjamin Valour mit zwei 500er-Partien durch und wiederholte somit seinen Triumph von 2009.

Die Liveübetragungen der Spiele des Classic-Turniers sind auf Youtube weiterhin abrufbar.

Beim heutigen „Blitz“-Turnier (Simultanspiel mit 2 Minuten Bedenkzeit) mit 216 Teilnehmern holte nun Nigel Richards seinen zweiten französischen WM-Titel! Er fand bei jeder(!) Runde der vier ausgetragenen Partien das beste Wort!

Scrabble international

11. August 2017
  • Gute Nachrichten für die englischsprachigen Scrabbler aus Deutschland und darüber hinaus. Auch im Jahr 2018 wird es wieder ein „German-Open“-Turnier in Berlin geben. Dieses findet statt am 7./8. April.
  • Die Schweiz bürgt nicht nur im deutschsprachigen Scrabble für höchste Qualität. Sie ist ab dem morgigen Samstag auch Gastgeberland der WM unserer französischsprachigen „Kollegen“. Dem Vernehmen nach ist auch Nigel Richards in Martigny (Wallis) wieder am Start, der als nicht Französisch sprechender Weltmeister für Schlagzeilen gesorgt hatte.
    Am Sonntag und Montag werden die Finalisten in der uns vertrauten „klassischen“ Spielweise ermittelt, die am Dienstagmorgen das Finale bestreiten werden. Bei den Franzosen hat aber traditionell das Synchronspiel einen sehr hohen Stellenwert, hier wird zunächst am Dienstag ein „Blitz“-Turnier ausgetragen, ehe von Mittwoch bis Samstag insgesamt sieben Partien in der „Elite“-Klasse synchron absolviert werden.
    Weitere Konkurrenzen umrahmen die Veranstaltung.
  • Englischsprachig hochklassig wird es dann ab dem 19. August: In Nottingham werden dann über drei Tage zunächst die MSA Junior-Weltmeisterschaften ausgetragen: Vom 22. bis zum 27. August folgen am gleichen Ort die MSA World Championships.
    Nicht zu verwechseln ist dieses Turnier mit dem WESPA-Weltturnier, das im November in Kenia ausgetragen wird und ebenfalls in der Tradition der bisherigen Weltmeisterschaften steht.

Wer noch keinen hat …

11. August 2017

Für diejenigen Teilnehmer der Westerwald Open, die sich noch nicht mit dem neuen Rechtschreibduden eingedeckt haben, wird unser „scrabbelnder Buchhändler“ Raimund Dillmann einige Exemplare mitbringen. Selbstverständlich hilft Raimund (info@buch-ton.de) auch unabhängig vom Turnier, entsprechende Versorgungslücken zu schließen.

RD 27: Die Arbeit kann beginnen

5. August 2017

Für den kommenden Mittwoch (9.8.) war das Erscheinen des neuen Rechtschreib-Dudens angekündigt. Erste Exemplare haben aber bereits das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Damit startet nun die heiße Phase der Abgleicharbeiten – siehe scrabble-talk.

Von den 25 Abschnitten, in die wir den Duden eingeteilt haben, warten noch zahlreiche auf jemanden, der sich ihrer annimmt. Voraussetzung ist lediglich das Vorhandensein des RD 26 (elektronisch oder auf Papier) und natürlich (in Kürze) des RD 27.

Detaillierte Regelkenntnisse sind nicht zwingend; im Zweifel sind Veränderungen einfach zu notieren; die Bewertung der Auswirkungen erfolgt dann später.

Mit dem Kauf des Buches ist offenbar kein Recht auf Software verbunden; im Buchinneren wird lediglich darauf verwiesen, dass im Dudenshop die Software erworben werden kann. Ob diese bereits ab Mittwoch zur Verfügung steht, ist unbekannt.

Allen Helfern danken wir vorab und sind gespannt auf eure Funde.

Elo-Update

25. Juli 2017

Die neue Elo-Rangliste mit dem bereits angekündigten Wechsel an der Spitze ist nun online. Logischerweise liegen die Änderungen durch die Liga der Champions im vorderen Teil des Klassements.

LdC 2017: Timons Durchmarsch

24. Juli 2017

Bei der dritten Austragung der „Liga der Champions“ war erstmals Berlin der Austragungsort. Der von der Scrabbinale bekannte Spielort erwies sich – ebenso wie die Aumüllersche Organisation – als absolut championswürdig.

In zwei Zwölfergruppen wurden die Finalisten* ermittelt. In Gruppe A geriet Favorit Ben Berger gleich zu Beginn ins Straucheln – die Niederlage gegen Asalet Althaus fiel mehr als deutlich aus. In Runde 3 wurde Ulrike Aka dann zum nächsten Stolperstein.
Nach Runde 6 hatten dann aber alle in der Gruppe mindestens zwei Niederlagen, und Ben stand dort, wo die meisten ihn erwarteten. Als Ingrid Nöth dann in Runde 8 gegen Ben bestehen konnte, drehten sich erneut die Vorzeichen. Ingrid ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen, gewann auch die drei verbleibenden Partien und zog verdient ins Finale ein. Ben blieb die Rolle als „bester Verfolger“.

Ganz anders der Verlauf in Gruppe B. Timon Boerner, der Jüngste im Teilnehmerfeld, ließ sich von Beginn an nicht beirren und zog mit „weißer Weste“ durch die Gruppenspiele. Ob er dabei so ein Buchstabenglück hatte wie später im Endspiel oder einfach nur viel mehr draus machte als seine Mitspieler, lässt sich nicht abschließend beurteilen. Sehr wahrscheinlich hat beides zu seinen Erfolgen beigetragen. Spannender ging es im Rennen um Platz 2 in dieser Gruppe zu. Nach 9 Runden hatte Liesbeth Schön den Platz inne, die Siegerin der ersten „Liga der Champions 2013“ hatte von Beginn an oben mitgemischt. In Runde 10 hatte dann Stefan Merx, der nach Runde 9 erstmals positiv stand, die Gelegenheit, sie vom Vizeplatz zu verdrängen. Es gelang im nicht. In Runde 11 hätte nur noch Josef Esser im Fernduell an ihr vorbeiziehen können, nach Rangliste der „Außenseiter“ der Gruppe. Liesbeth aber gewann ihre Partie; zudem musste Josef eine Niederlage hinnehmen.

Das im „Wintergarten“ ausgetragene Finale, das die übrigen und einige Zuschauer im benachbarten Spielsaal verfolgen konnten, war leider nicht die „spannungsmäßige Krönung“. Timon bekam gleich beide Blankos und startete mit zwei Bingos, während Ingrid erstmal „Bänkchenschrott“ durch Tausch entsorgen musste. Souverän konnte Timon mit taktischem Geschick den Vorsprung verwalten und mit zwei weiteren Bingos ausbauen, während Ingrids einziger Bingo (IRANERIN) wohl der hübscheste, wenn auch mit 59 nicht punktreichste des Finals war. 543:359 hieß es am Ende – und Timon durfte sich nicht nur über den Umschlag mit der Siegprämie, sondern auch über „Scrabello“ freuen. Denn dieser befindet sich stets in der Obhut des Elo-Ranglisten-Führenden – und hier konnte Timon, der ja auch schon das Hamburger Fairmasters 2017 gewonnen hat, den Gipfel von Ben Berger übernehmen, der noch immer auf seinen ersten Turniersieg in diesem Jahr wartet.

Mit einem Punkteschnitt von 407,89 konnte der bei der Liga der Champions 2015 aufgestellte Rekord geringfügig gesteigert werden. Da außer Titelverteidiger Theo Kardel die komplette Top 15 vertreten war, überrascht dies kaum.
*: bitte geschlechtsneutral verstehen, aber die Formulierung „Finalistinnen und Finalisten“ wäre hier irgendwie auch unpassend.

Champion der Champions gesucht

20. Juli 2017

Zum 3. Mal findet am bevorstehenden Wochenende die „Liga der Champions“ statt, für die sich 24 Scrabblerinnen und Scrabbler aus Österreich, der Schweiz und Deutschland qualifiziert haben.
Austragungsort ist diesmal die Hauptstadt Berlin, der Modus ist gegenüber 2015 unverändert. In zwei 12er-Gruppen spielt jeweils jede(r) gegen jede(n) – und dann bestreiten die Gruppensieger das Finale um den Titel.

Auch in Abwesenheit des Titelverteidigers Theo Kardel ist das Turnier naturgemäß hochkarätig besetzt. Mit Ausnahme von Theo ist die komplette Top 15 der Elo-Rangliste dabei. Spannung ist garantiert.

Das öffentliche Finale findet am Sonntag statt – eine Live-Übertragung in gewohnter Form ist selbstverständlich vorgesehen. Zuschauerinnen und Zuschauer live vor Ort sind herzlich willkommen.

Aktuell: Wir gratulieren Timon Boerner nicht nur zum überragenden Turniersieg, sondern auch zur Übernahme der Spitzenposition in der Elo-Rangliste (die Aktualisierung erfolgt in den nächsten Tagen).

Geros SuperDic geht in eine neue Runde

19. Juli 2017

Das Update umfasst mittlerweile 733.597 Einträge und wurde auf die Neuauflage des Universaldudens (8. Auflage) angepasst. Mit dem Update wird dem Rat für deutsche Rechtschreibung gefolgt, der in seinem Bericht in 2010 empfahl, einige ungewöhnliche Schreibvarianten aus dem amtlichen Wörterverzeichnis zu entfernen.
(Der Bericht des Rates aus dem Jahr 2016, der sich im RD 27 niederschlagen wird, spielt hier noch keine Rolle.)

Dies betrifft beispielsweise Schreibweisen wie Katarr, Maffia, Mohär, scharmant, Schose oder Myrre. Diese Einträge wurden samt Komposita (z. B. Rachenkatarr) in Geros SuperDic gänzlich gestrichen und finden sich in keiner der drei Kategorien mehr. Allerdings hat die Dudenredaktion die Empfehlung noch nicht ganz umgesetzt, denn im Rechtschreibduden sind noch einige Streichungen wie Butike oder Krem(s) aufgeführt, folglich findet eine Auflistung im SuperDic noch statt. Vermutlich finden hier im neuen RD noch Nachbesserungen statt.

In der Kategorie RD ist Auflistung identisch zur Turnierwortliste, allerdings mit folgenden Ausnahmen:

EBB(E)STRÖME – zulässiger Plural laut UD
EBENDIES – lt. UD zulässige Flektion: ebendies(es) wollte ich euch mitteilen
EHEJOCHEN – zulässiger Plural laut UD
ENDZEITEN – zulässiger Plural laut UD
GNADENS – zulässige Ableitung lt. Reglement, wonach jedes Verb ungeachtet von Beugungsbeschränkungen als substantivierter Genitiv umgedeutet werden darf
LANGLÄUFE – zulässiger Plural laut UD
OBERDECKE – zulässiger Plural laut UD nun auch auf -e und nicht mehr nur auf -s
TONKÜNSTE – zulässiger Plural laut UD

Die Turnierwortliste wird hier im Rahmen der Umstellung auf die demnächst erscheinende Neuauflage des RD nachziehen. Ich empfehle, zumindest im privaten Spiel diese Beugungsformen im Sinne einer fairen Spielweise anzuerkennen.

Viel Spass wünscht euch
Gero

2. Rosenheim-Cup: Nadja zuoberst auf dem Podest

10. Juli 2017

von Hans Trachsel

Das Podest für die drei Besten des 2. Scrabbleturniers in Rosenheim war nicht sehr stabil, doch Nadja Dobesch wahrte die Balance, wie bereits im ganzen Turnier. Als Einzige verzeichnete sie in den 14 Spielen nur drei Niederlagen. Flankiert wurde sie bei der Siegerehrung von Liesbeth Schön aus Wien und Maria Feige aus Roetgen (NRW).

Bereits in Runde drei tauchte die spätere Siegerin ein erstes Mal; Karola Hoffmann vom organisierenden Team schaffte die Überraschung. Danach konnten nur noch Maria Feige und in Runde 13 Ulrike Brodkorb der Dominatorin ein Bein stellen. Maria Feige verpasste in der letzten Runde den Turniersieg, weil sie gegen Johannes Naumann verlor.

Nadja hat inzwischen ein stattliches Palmares an Siegen und Spitzenplätzen. Mit ihr ist stets zu rechnen. Ihre Spielweise ist unaufgeregt; selten entgeht ihr ein guter Zug und auch das Wenden des Blattes in extremis ist ihr nicht fremd. An der bevorstehenden Champions League gehört die Münchnerin zum engeren Favoritenkreis.

Liesbeth Schön, welche die Champions League vor vier Jahren gewann, zwischendurch aber gelegentlich unten durch musste, lieferte eine brillante Leistung. Sie erzielte die mit Abstand höchste Differenz aller 33 Mitspielenden. Sogar die Niederlage mit der höchsten Punktzahl von 454 geht auf ihr Konto; Blanca Gröbli-Canonica holte in dieser Klassepartie zwei Zähler mehr.

Maria Feige gehört nebst Karola und Ulrike Brodkorb zum kleinen Kreis der Bezwingerinnen von Nadja. Johannes Naumann vermasselte ihr die Tour zum Schluss mit einem klaren Sieg in Runde 14. Doch die frühere Deutsche Meisterin zeigte auch gegen den frisch gekürten Deuschen Meister Stefan Merx sowie gegen Blanca, die das Podest knapp verfehlte, was sie drauf hat.

Der letztjährige Überraschungssieger Raimund Dillmann spielte ein gutes Turnier, kam aber als bester Mann diesmal „nur“ auf Platz acht. Die 2. Siegerin dieses kleineren, aber höchst feinen Turniers bereitete ihm eine schon fast brutale Niederlage, was ihn aber nicht hinderte, bis kurz vor Schluss vorne mitzumischen. Er verdiente sich den Platz als bester „Bube“, wie er selbst meinte, unter anderem mit Siegen über Maria Feige und Lea Gettys, die nicht von ungefähr dieses Jahr schon mal in einem Final gestanden hat. Mehr war möglich, doch sie verlor in Runde 14 überraschend gegen Andrew Solomon, einen Amerikaner, der immer wieder zu Turnieren nach Deutschland reist. Er ist ein Unikum und stets für Überraschungen in beide Richtungen gut.

Der Deutsche Meister Stefan Merx war nicht so recht im Strumpf. Unter anderem war ein „böser“ Zahn schuld, der kurz vor Turnierstart raus musste. Nach drei Spielen stand er mit zwei Niederlagen da. Doch er hielt durch und liess seine Klasse in den letzten Spielen gegen Lea Gettys und den Vorjahressieger deutlich aufblitzen. Gegen die entfesselte Liesbeth aus Wien war er allerdings chancenlos.

Begeistert waren die Mitspielenden wie schon im Vorjahr von der Organisation rund um Wolfram Inngauer, Beate Fecke, die Hoffmanns, Peter Rohr und die von Wolfram augenzwinkernd als Food-Design-Managerin bezeichnete Rita Roesner. Karola und Jochen konnten zudem ihren Sohn Marko gewinnen für die Informatik. Dieser wartete mit einer tollen Neuerung auf, welche die Übersicht markant verbessert. Die ständigen Rochaden in der Rangliste wurden auf dem grossen Display mit lebhaftem Interesse verfolgt.

Beim gemeinsamen Nachtessen sorgte eine echt bayerische Hochzeit mit Frauen in farbigen Trachten, feschen Mannsbildern und herumtollenden Kindern für Stimmung. Erfreut nahmen alle zur Kenntnis, dass es nächstes Jahr weitergeht. Zudem wird am 30. September auch das Eintagesturnier in Rosenheim („Oktoberfestturnier“) zum zweiten Mal stattfinden.

Der Rosenheim-Cup bleibt in Bayern

9. Juli 2017

Nadja Dobesch gewinnt die 2. Auflage des rundum gelungenen Rosenheim-Cups – somit bleibt der virtuelle Pokal im Bayernland. Wir gratulieren herzlich!

Ein ausführlicher Bericht folgt – hierfür danken wir Hans Trachsel bereits jetzt.

Die Aktualisierung der Elo-Rangliste erfolgt erst in etwa einer Woche.