Author Archives: Regula Schilling

Scrabbleturniere und das Eszett

25. November 2017

Seit Sommer 2017 ist das ß als Großbuchstabe offizieller Bestandteil der deutschen Schriftsprache. Der Hersteller von Scrabble, die Firma Mattel, hat diverse 1000 Exemplare produzieren lassen und den Spielstein im Rahmen der Spielemesse Essen als Giveaway an Interessierte verschenkt. Aktuell gibt es bei Mattel noch keine konkreten Pläne hinsichtlich weiterer Aktivitäten in dieser Angelegenheit (wie bspw. Beilegen des Buchstabens bei neuen Spielen oder Erwähnung des Umgangs in den Spielregeln).

Der Vorstand von SCRABBLE Deutschland e. V. ist übereingekommen, das ß vorerst nicht bei Turnierspielen einzusetzen. Einerseits müsste die vom Verein herausgegebene Wörterliste komplett überarbeitet werden, andererseits wäre gerade die Schweizer Fraktion durch die Aufnahme im Nachteil, da die Eidgenossen und -genossinnen das ß vor Jahrzehnten aus ihrer Sprache verbannt haben. Zum Dritten erschwert die fehlende Erwähnung in den offiziellen Spielregeln den Umgang mit dem Buchstaben.

Scrabblestar beim Schummeln erwischt

17. November 2017

Der Titel des Artikels, der dieser Tage in verschiedenen Medien erschienen ist, ist beschönigend; es handelt sich um Betrug und er wurde deutlich bestraft. Einzelheiten siehe hier.

Da bleibt keine Schraube locker!

17. November 2017

von Thomas Bartsch

Einmal im Jahr, immer kurz vor der Adventszeit, trifft sich der Scrabble-Club „Rhein-Neckar“ zu einem ganz besonderen Scrabble-Spieleabend. Es gibt mindestens einen Adventskalender zu gewinnen, der in jedem Jahr vom Gründer des Clubs, Thomas Bartsch, gestiftet wird. In diesem Jahr waren sogar zwei Kalender als Preis ausgesetzt. Den Hauptpreis sollte der beste Spieler oder die beste Spielerin des Abends erhalten, der etwas kleinere zweite Preis war für den besten Neuling ausgelobt. Drei zufällig ausgeloste Partien mussten von jedem der neun anwesenden Mitspieler bestritten werden. Aufgrund der ungeraden Anzahl hatten drei Spieler das Glück eines Freiloses und hatten automatisch einen Gewinnpunkt verbucht. Am Ende konnten genau zwei Spieler alle drei Spiele für sich entscheiden: Sylvia Müller und Khan Nguyen. Da Khan das wertreichste Wort des Abends gelegt hatte (GEKÜRTE mit 124 Punkten), ging der Hauptpreis an ihn. Als beste Neueinsteigerin des Abends wurde Petra Petzold ausgezeichnet, die seit Januar 2017 mit uns regelmäßig spielt. Beiden freuten sich sehr über ihre Adventskalender. Während Petra im Dezember jeden Tag ein Täfelchen Schokolade naschen darf, wird bei Khan mit seinem von Tag zu Tag wachsenden Werkzeugsortiment keine Schraube mehr locker bleiben.

Im Jahr 2001 wurde zusammen mit Ilse Widulla und Asalet Althaus eine erste Scrabble-Spielgruppe von Thomas mit einem noch sehr überschaubaren Dreierkreis ins Leben gerufen. Heute sind mehr als 40 Personen auf der Verteilerliste, darunter auch Mitglieder die extra aus Kaiserslautern oder Darmstadt anreisen. Der Club besteht somit seit nunmehr 16 Jahren und dürfte damit wohl der am längsten aktive Club im deutschsprachigen Raum sein. Man trifft sich inzwischen zweimal im Monat in Mannheim und Heidelberg, darüber hinaus gibt es einen monatlichen Senioren-Scrabble-Treff.

11. Hamburger Fairmasters 2018

10. November 2017

Wir freuen uns, dieses Turnier mit langer Tradition anzukündigen: In der 11. Ausgabe bleibt das Hamburger Fairmasters seinem Spielort vom Vorjahre treu, dem Reinbeker Schloss vor den Toren Hamburgs.

Einzelheiten sind in der Ausschreibung zu finden.

Externsteine-Cup

19. September 2017

Erfreuliche Mitteilung aus dem Norden: Durch bauliche Veränderungen im Waldhotel Bärenstein konnte das Teilnehmerfeld des Externsteine-Cups auf 48 Spieler erweitert und alle Personen auf der Warteliste aufgenommen werden. Es hat also zum jetzigen Zeitpunkt wieder einen freien Platz.

S(CH)RABBLE-Turnier St. Gallen 2018

26. Juli 2017

Das S(CH)RABBLE-Turnier St. Gallen, das im Jahr 2011 zum ersten Mal stattfand, wird mit der 8. Durchführung im Jahr 2018 in seiner bekannten Form zum letzten Mal durchgeführt werden.

Danach übergeben Regula, Blanca und Christof den Stab in andere Hände und sind glücklich, mit Lorenz Knöpfli und seinem neuen Team begeisterte und kompetente Nachfolger gefunden zu haben! Das Turnier bleibt in St. Gallen, findet aber an einem anderen (und ebenfalls sehr schönen) Ort statt. Auch das Datum steht bereits fest: 15.03.2019 – 17.03.2019. So viel sei vorerst erwähnt.

Zuerst einmal aber erfolgt hier mit der Ausschreibung 2018 die Einladung, zum letzten Mal mit der „alten“ Crew, am bewährten Ort, nämlich in der Sprachheilschule und mit den gewohnt charmanten und aufgestellten Helfer/-innen teilzunehmen. Anmeldungen können ab sofort erfolgen; so bleibt sicher genügend Zeit für die Suche nach einer Unterkunft in der diesbezüglich schwierigen Stadt St. Gallen.

Deutsche Meisterschaft in Düsseldorf

7. Juni 2017

Hochspannung – Stefan trotzt Theos Sturmlauf

Von Hans Trachsel

Als hätte Hitchcock Regie geführt: Das Finale an der Deutschen Scrabblemeisterschaft (DM) in Düsseldorf war an Spannung nicht zu überbieten. Zuletzt gaben 12 Punkte den Ausschlag zugunsten von Stefan Merx; mit seinem Sturmlauf im Finalrückspiel hätte Theo Kardel die Wende beinahe noch geschafft.

  Gespannte Erwartung im Spielsaal

Die beiden Finalisten boten Scrabble vom Feinsten. Da war alles drin: Raritäten aus der Wörterkiste, taktische Raffinesse, Sorgfalt trotz grosser Nervenanspannung. Stefan ist ein verdienter Deutscher Meister; dasselbe hätte für Theo nach dieser fantastischen Aufholjagd gegolten.

Doch es wäre fast tragisch gewesen, wenn Theo seinem Gegenspieler den Titel entrissen hätte: Stefan hat zwar dieses Jahr seinen ersten Turniersieg eingefahren, doch ihm haftete hartnäckig das Image des ewigen Spitzenspielers an, der es einfach nie schafft. Nun ist es damit zum Glück vorbei; wertvoll ist auch, dass er sich über Ben Berger fürs Finale qualifizieren musste.

Theo stand zum dritten Mal im Finale einer DM: Da ist es gewiss nicht schön, erneut zu verlieren. Doch der 61-jährige Topspieler hat bereits fünf Turniersiege, darunter der Gewinn der prestigeträchtigen und für Scrabbleverhältnisse einträglichen Champions Liga. Theo nahm es gelassen, da blieb kein bitterer Nachgeschmack.

Der frischgebackene Deutsche Meister ist 44 Jahre alt und Versicherungsmathematiker. Seine analytischen Fähigkeiten sind bekannt, und er hatte reichlich Gelegenheit, sie im Rückspiel unter Beweis zu stellen. Ein Fehlerchen hätte genügt, und die Partie wäre gekippt. Der schlagfertige und fast immer gut gelaunte Stefan jagt nicht nur Turniersiege, er dient der Scrabbleszene auch im Ausschuss für die Wortliste und hatte die Elo-Wertung mit ihren vielen Ausschlägen im Nu à jour.

Die beiden Finalpartien verliefen sehr unterschiedlich. Im Hinspiel kam Theo schneller in Fahrt mit dem Bingo SENILERE. Doch nach mühsamem Start schlug Stefan mehrfach zu mit STUDIEN, ERMUNTRE und EINSÄTEN, welches 104 Punkte brachte. Hübsch garniert wurden die Bingos mit Besonderheiten wie JUHU, TWEET, TRENZ (eifriges Blättern im Publikum, es kommt von trenzen und bedeutet Nachahmen des Röhrens vom Hirsch oder sabbern). Stefan holte ein Polster von 102 Punkten heraus.

Der Krimi

Für das Rückspiel ist kein Superlativ zu stark. Mit den Bingos ZERRUNG, ERBETNER (ERERBTEN wäre wegen Verdoppelung des B noch besser gewesen) und dem ASIATEN kam Theo gross auf. Der Vorsprung von Stefan löste sich in Luft auf, alles war plötzlich möglich. Der billigste Zug des Spiels erwies sich als Glücksgriff: Theo legte ein EI für zwei Punkte, Stefan konnte es für sein eher lästiges J nutzen, doch Theo brachte dann den beinahe matchentscheidenden ASIATEN ins Spiel. Im eigentlichen Endspiel glänzten beide; Stefan behielt die Nerven und rettete einen kleinen Vorsprung über die Runden.

Gute Stimmung während des ganzen Turniers

Die Favoriten Ben Berger und Timon Boerner spielten stark, doch nicht so unbezwinglich, dass es fürs Finale gereicht hätte. Ben belegte schliesslich Rang 4, Timon wurde Siebter. Sie sind die Nummern 1 und 2 der Elo-Rangliste und werden an jedem Turnier die Hauptknacknüsse für alle andern sein. Dritte wurde Nadja Dobesch; sie legt eine beeindruckende Konstanz an den Tag. Nicht zufrieden war sie, weil sie wegen des besonderen Modus der Chance beraubt war, im letzten Spiel noch das Finale zu erreichen. Dieser Umstand führte zu intensiven Diskussionen unter den 67 Mitspielenden.

Viel Lob gab es für die Turnierorganisation unter dem souveränen Dietmar Schönhoff. Auch Präsident Sebastian Herzog glänzte nicht nur spielerisch. Das Hotel Hilton erwies sich als idealer Austragungsort. Einziger Wermutstropfen: Gewinner Stefan Merx ist ein hervorragender Tischtennisspieler, doch ihm fehlte die Zeit, um die gleichzeitig in Düsseldorf stattfindende Weltmeisterschaft der Virtuosen dieses Sports zu besuchen. Als Austragungsort der DM 2018 ist Stuttgart vorgesehen.